CHESS – Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in der Wesermarsch

CHESS – Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in der Wesermarsch

PROJEKTE

CHESS – Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in der Wesermarsch

Im Rahmen des Projektes CHESS (Compressed Hydrogen Energy Storage Solution) in Huntorf (Landkreis Wesermarsch) wollen EWE und Uniper gemeinsam ihre jeweilig vorhandene Gas- und Strominfrastruktur umrüsten. Ziel ist es, vor Ort eine neue Wasserstoffinfrastruktur schnell, effizient und kostensparend aufzubauen.

Im Rahmen des gemeinsamen Vorhabens CHESS soll über das vorhandene Stromnetz regional produzierter Strom aus Wind und Sonne zur grünen Wasserstofferzeugung in einen 30-Megawatt-Elektrolyseur geleitet werden. Diesen bauen EWE und Uniper gemeinsam in einem geplanten Joint Venture. Beim Elektrolyse-Verfahren wird Wasser mit Hilfe von Strom in Wasserstoff aufgespalten. Nutzt man dafür grünen Strom, entsteht grüner Wasserstoff. Dieser Wasserstoff kann anschließend über das Gasnetz direkt zu den Verbrauchern transportiert werden.

Wasserstofferzeugung und Wasserstoffspeicherung zusammengedacht

Zusätzlich zur Erzeugung und zum Transsport des grünen Wasserstoffs soll im Rahmen von CHESS die Brücke zu einem weiteren EWE-Projekt realisiert werden: Die Anbindung der Wasserstoffinfrastruktur an einen unterirdischen Kavernenspeicher von EWE in Huntorf mit dem Ziel, grünen Wasserstoff zu speichern und ihn bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen.

Dieses Speicherprojekt ist Teil eines verbindenden Großprojektes mit dem Namen „Clean Hydrogen Coastline“. Es bringt Erzeugung, Transport, Speicherung und Nutzung von grünem Wasserstoff in Industrie und Schwerlastverkehr zusammen. Mit diesem Großprojekt hatte sich EWE im Februar 2021 im Rahmen des europäischen IPCEI-Programmes (Important Project of Common European Interest) für eine Förderung beworben und im Mai 2021 die zweite Stufe des Verfahrens erreicht. Aktuell wird die Förderung auf europäischer Ebene geprüft.

Die Anbindung des EWE-Uniper-Projektes CHESS an den Kavernenspeicher in Huntorf schafft einige Synergien:

  • Die Wasserstofferzeugung kann netzdienlich erfolgen, d.h. bei viel Wind oder Sonne und geringem Energiebedarf der Verbraucher kann Energie in sehr großen Mengen für Zeiten mit „Flauten“ gespeichert und später wieder genutzt werden. Saisonale Unterschiede der Wind- und Sonnenverhältnisse können somit abgefangen werden.
  • Wasserstoff bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen, verbessert die Versorgungsicherheit der Wasserstoffnutzer. Durch die großskalige Wasserstoffspeicherung wird dies möglich.
  • Der Kavernen-Standort in Huntorf bietet Potenzial für einen Ausbau der Wasserstofferzeugung. Je nach Ausbaugeschwindigkeit der regionalen Wasserstoffwirtschaft wäre es möglich, die Elektrolyseleistung schrittweise bis in den Gigawatt-Maßstab zu erweitern.

So soll es weitergehen

EWE und Uniper haben Anfang 2021 einen Kooperationsvertrag zur Umsetzung des Projektes CHESS unterzeichnet. Über einen gemeinsamen 30-Megawatt-Elektrolyseur sollen demnach die ersten Wasserstoffkunden ab Mitte 2026 versorgt werden. Wie schnell der darüber hinaus anschließende Ausbau der Wasserstofferzeugungskapazitäten umgesetzt werden kann, soll sich am Wasserstoffabsatz und -bedarf der Kundschaft orientieren.

Mehr zum Projekt

Uniper ist ein internationales Energieunternehmen mit rund 11.500 Mitarbeitenden in mehr als 40 Ländern. Das Unternehmen plant, in der europäischen Stromerzeugung bis 2035 CO2-neutral zu werden. Mit rund 33 Gigawatt installierter Kapazität gehört Uniper zu den größten Stromerzeugern weltweit.

© Uniper

©TU Clausthal

Mit rund 9.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die EWE AG eines der größten Versorgungsunternehmen Deutschlands, das sich im Bereich Wasserstoff auf entsprechende Infrastruktur fokussiert.

© EWE

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    Steyerberg will zentraler Energieproduzent werden

    Steyerberg will zentraler Energieproduzent werden

    Projekte

    Steyerberg will zentraler Standort für erneuerbare Energien werden

    Mit nur rund 5000 Einwohnern will Flecken Steyerberg im Kreis Nienburg zentraler Energiestandort in Niedersachsen werden. Auf einem ehemaligen Militärgelände soll im Projekt „H2art of Lower Saxony“ mit dem Ökostrom aus 12 Windrädern grüner Wasserstoff im industriellen Maßstab hergestellt werden.  

    Auf seiner Sommerreise besuchte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil am Dienstag, den 05. Juli Steyerberg im Kreis Nienburg. Dort soll auf dem 1.100 Hektar großen, ehemaligen NATO-Waldgelände ein Windpark der Firma WestWind Energy mit 12 Windrädern entstehen, die jährlich bis zu 180 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen können. Der Strom soll die Grundlast für einen Elektrolyseur sichern, könne aber auch ins Netz eingespeist werden, so die Organisatoren. Zusätzlicher Strombedarf kann durch die direkte Anbindung an die 380 kV Nord-Süd-Stromtrasse gesichert werden, die den Offshore-Strom in den Süden transportiert.

    „Wir haben hier den idealen Dreiklang aus Windenergie, Biogasanlage und die Anbindung an die Nord-Süd-Stromautobahn. Dazu kommt die günstige Nähe zum künftigen Wasserstoffstartnetz, wie es im Netzentwicklungsplan Gas geplant wird“, erklärt Christian Alvermann von der kommunalen Wirtschaftsförderung“.

    Der Wasserstoff soll lokal eingesetzt werden. Die ortsansässige Chemieanlage Oxxynova plant synthetische Kraftstoffe zu produzieren und bisher nicht verwertbare Kunststoffabfälle zu recyclen. Darüber hinaus können Wasserstofftankstellen in den Landkreisen Nienburg, Diepholz und Schaumburg beliefert werden, sowie eine geplante Wasserstofftankstelle für Binnenschiffe an der Weser. Auf dem Gelände selbst soll auch ein Wasserstoffspeicher eingerichtet werden.  Den Wasserbedarf hierzu stellen vier ansässige Wasserwerke zur Verfügung.

    Der Bau soll 2024 realisiert werden. In Stufen soll die Kapazität dann auf 1GW Wasserstoff erhöht werden.

    Für den Bau der Windräder müssen rund 4 Hektar Wald gerodet werden, die wieder neu aufgeforstet werden. Für die Konstruktion sollen bereits bebaute Flächen weitergenutzt werden, aber auch leerstehende Flächen, auf denen Pinien bereits durch Trockenheit abgestorben sind.

     

    ©UVN

    Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil informiert sich vor Ort.  Bild: NWN

    Wasserstoffbusse für Friesland: HyFri

    Wasserstoffbusse für Friesland: HyFri

    PROJEKTE

    Besuch am Windpark (von links nach rechts): Umweltminister Olaf Lies; EWE-Chef Stefan Dohler; Jan Cyrullies, Geschäftsführer von Weser-Ems-Bus; Maximilian Graf von Wedel-Gödens, Geschäftsführer der Friesen Elektra der Unternehmensgruppe Schloss Gödens und Sven Ambrosy, Landrat des Landkreises Friesland. 

    Bild: ©Björn Lübbe

    Wasserstoffbusse für den Landkreis Friesland: HyFri

    Im Landkreis Friesland soll im Rahmen des Projektes „HyFri“ der ÖPNV klimafreundlicher werden. Dazu sollen fünf Wasserstoffbusse angeschafft werden, die grünen Wasserstoff nutzen. Dieser grüne Wasserstoff wird unter anderem mittels erneuerbarer Energien aus einem regionalen Energiepark hergestellt. Das Projekt bündelt die Potenziale im Landkreis und gibt den Startschuss für den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft im Landkreis Friesland.

    Aufgrund des hohen Angebots an erneuerbaren Energien hat der Landkreis Friesland ein großes Potenzial für den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft. Der Startschuss für dieses Vorhaben soll nun im Verkehrssektor gesetzt werden – nämlich mit dem geplanten Einsatz von Wasserstoffbussen in der Region. Die Weser-Ems-Bus GmbH wird hierzu mit fünf Wasserstoffbussen ausgestattet, die zukünftig den regionalen Busverkehr klimafreundlicher gestalten werden. Die Busse sollen ab Ende 2023 im Landkreis Friesland unterwegs sein.

    Die Busse können laut Planungen an einer neuen Wasserstofftankstelle in Schortens betankt werden. Hierzu gründen die Projektpartner der Weser-Ems-Busverkehr GmbH, der EWE AG und der Unternehmensgruppe Schloss Gödens eine Betreibergesellschaft. EWE wird sich federführend um die Installation und Inbetriebnahme der Wasserstofftankstelle kümmern.

    Erneuerbare Energien aus der Region nutzen 

    Ein Teil des grünen Wasserstoffs, der über die Tankstelle vertrieben werden soll, wird dabei direkt in der Region hergestellt. Hierfür wird ein Energiepark errichtet. Der bereits bestehende Windpark am Standort Sande wird dafür mit Photovoltaikmodulen ergänzt. Betrieben wird der Energiepark von der Friesen Elektra der Unternehmensgruppe Gödens. Hierdurch kann für eine gesteigerte, regionale Verfügbarkeit erneuerbarer Energien gesorgt werden – die wiederum zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden kann.

    Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies unterstützt das Projekt und betont die Signalwirkung: „Der erste Schritt ist oft der schwierigste – das ÖPNV-Projekt im Landkreis Friesland geht ihn und markiert damit den Start für den weiteren Ausbau der Wasserstoffwirtschaft in der Region.“

    Das Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Rahmen des Projektes HyWays for Future gefördert – welches wiederum Teil des HyLand Programmes für Regionenförderungen ist. Unter Vorbehalt der Förderzusage wird auch die Beschaffung der Busse durch das Bundesverkehrsministerium gefördert und deren Betrieb durch den Landkreis Friesland unterstützt.

     

    Das sagen die Projektbeteiligten:

    Sven Ambrosy - Landrat Landkreis Friesland

    „Gerade in unserer Weltnaturerbe-Region tragen wir eine große Verantwortung für den Klimaschutz. Mit der Etablierung einer regionalen, grünen Wasserstoffproduktion leisten wir einen sehr großen Beitrag zur Reduktion von CO2, stärken zugleich die lokale Wirtschaft und schützen unsere Natur für die Menschen, die hier leben, für Touristen sowie für kommende Generationen. Ich freue mich, dass wir hervorragende Partner aus der Wirtschaft gefunden haben, um gemeinsam ins Wasserstoffzeitalter aufzubrechen.“

    Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG

    „Grüner Wasserstoff ist ein wichtiges Element für EWE auf dem Weg zur Klimaneutralität und hin zu mehr Unabhängigkeit. […] EWE bringt daher den Markteintritt von grünem Wasserstoff zusammen mit Partnern voran. Friesland ist dabei eine ideale Region, denn sie wird bereits jetzt vollständig durch erneuerbare Energien versorgt. Durch die Elektrolyse und Speicherung der Energie in Form von Wasserstoff ergeben sich weitere Potenziale, gerade im Verkehrssektor. […] Im Landkreis Friesland suchen wir jetzt aktiv nach weiteren Partnern als Nutzer der Wasserstofftankstelle, damit wir mittelfristig mit der lokalen, bedarfsgerechten Produktion beginnen können.“

    Maximilian Graf von Wedel-Gödens, Geschäftsführer der Friesen Elektra

    „Innovation und Moderne im ländlichen Raum, damit beschäftigen wir uns seit über 20 Jahren. Die Zeichen der Zeit sind klar und Wasserstoff hat ein riesiges Wirtschaftspotenzial für Sande und Friesland. Wir werden dazu beitragen, dieses Potenzial zu heben.“

    Jan Cyrullies, Geschäftsführer Weser-Ems-Bus

    „Dank der Zustimmung des Landkreises werden wir Ende 2023 in Friesland fünf Wasserstoffbusse einsetzen, die zu 100 Prozent emissionsfrei unterwegs sind. Weser-Ems-Bus gehört zur Region Nord von DB Regio Bus. In Schleswig-Holstein hat unsere Region bereits gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Wasserstoffbussen gemacht. Wir freuen uns, dass wir unser Know-how in diesem Bereich nun auch im Landkreis Friesland auf die Straße bringen können.“

    Partner

    Die Weser-Ems Busverkehr GmbH mit Hauptsitz in Hamburg ist ein Tochterunternehmen der DB Regio AG und betreibt Busverkehr in Niedersachsen. Im Verkehrsgebiet des Verkehrsverbunds Ems-Jade beschäftigt das Unternehmen 135 Mitarbeitende und setzt 45 eigene Busse ein.

    © Weser-Ems Busverkehr GmbH

    ©Tennet

    Die EWE AG mit Hauptsitz im niedersächsischen Oldenburg ist in den Geschäftsfeldern Energie, Telekommunikation und Informationstechnologie aktiv und hat über 9.100 Mitarbeitende.  Im Bereich Wasserstoff fokussiert sich die EWE AG auf den Aufbau der Infrastruktur.

    © EWE AG

    ©Tennet

    Die Unternehmensgruppe Schloss Gödens ist in vielfältigen Bereichen aktiv – die Friesen Elektra ist Teil der Gruppe Gödens und gewinnt bereits seit 1999 erneuerbare Energien aus einem Windpark in Sande.

    © Schloss Gödens

    ©Tennet

    Der Landkreis Friesland besteht aus acht Städten und Gemeinden und hat insgesamt rund 98.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Mit dem Projekt „HyFri“ soll der Startschuss zum Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft im Landkreis Friesland gelingen.

    © Landkreis Friesland

    ENaQ

    ENaQ

    PROJEKTE

    © Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst Oldenburg (ENaQ)

    ENaQ: Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst Oldenburg

    In dem Projekt ENaQ (Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst Oldenburg) wird auf einem ehemaligen Fliegerhorst in Oldenburg ein klimaneutrales Quartier errichtet, in dem smarte und nachhaltige Lösungen für die Energieversorgung und Mobilität eingesetzt werden sollen. Der Energiebedarf wird dabei zum größten Teil über lokal erzeugte erneuerbare Energien gedeckt – grüner Wasserstoff soll als Speichermedium genutzt werden und für die Mobilität zum Einsatz kommen.

    Im Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst sollen die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität exemplarisch miteinander gekoppelt werden und ein smartes, klimaneutrales Quartier entstehen. Dabei soll auch Wasserstoff zum Einsatz kommen – einerseits um die Energieversorgung des Quartiers zu sichern, andererseits aber auch, um den praktischen Nutzen von Wasserstoff-Technologien (z.B. im Mobilitätsbereich) aufzuzeigen.

    Wasserstoff soll als Speichermedium zum Einsatz kommen und für die Rückverstromung genutzt werden, weshalb das Quartier mit einem Elektrolyseur und einer Brennstoffzelle ausgerüstet wird. Hierzu soll in Zusammenarbeit mit Projektpartnern ein Steuerungssystem auf der Quartiersebene entwickelt werden, das die Produktion, die Speicherung und die Bereitstellung des grünen Wasserstoffs unterstützt. Der nötige erneuerbare Strom soll im Quartier per Photovoltaik oder eventuell zu errichtenden weiteren grünen Stromquellen  produziert werden.  

    Neben der Nutzung als Speichermedium soll der grüne Wasserstoff ebenfalls für einen mobilen Wasserstofftankanhänger bereitgestellt werden.

    Letztlich soll im Quartier ein Komplettsystem entwickelt werden, das durch die Bereitstellung von lokalem Strom und grünem Wasserstoff eine Basis für die Energieautarkie des Quartiers bildet.

    Mehr zu dem Projekt

    Am Projekt beteiligt sind: OFFIS – Institut für Informatik, Stadt Oldenburg, DLR-Institut für Vernetzte Energiesysteme, BTC Business Technology Consulting AG, Quantumfrog GmbH, SCHULZ Systemtechnik GmbH, KEHAG Energiehandel GmbH, Oldenburger Energiecluster OLEC e.V., ELECTRIC-SPECIAL Photronicsysteme GmbH, Deutsche WindGuard GmbH, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, New Power Pack GmbH, Universität Vechta, Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung GmbH, Anleg GmbH, embeteco GmbH & Co. KG, Jade Hochschule Oldenburg, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung, Junge Haie GmbH, GSG OLDENBURG Bau- und Wohngesellschaft mbH, EWE NETZ GmbH.

    Mehr Informationen zu den Projektpartnern gibt es hier. 

    H2Watt

    H2Watt

    PROJEKTE

    H2WATT – EINE GRENZÜBERGREIFENDE WASSERSTOFFWIRTSCHAFT AUF DEN FRIESISCHEN INSELN

    Die friesischen Inseln sind durch ihre natürlichen Bedingungen ideal für die Erzeugung von erneuerbarem Strom geeignet – und auch die Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff vor Ort wird zunehmend zu einem wichtigen Baustein bei der Umsetzung der Energiewende. Im Rahmen des Projekts H2Watt soll grenzübergreifend eine Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden, die sich durch fortschrittliche technologische Entwicklungen und den Wissenstransfer ausweist.

    Aktuell: Präsentation der Projektergebnisse am 15. Dezember 2022

    Die Mariko GmbH lädt Sie ein, am 15. Dezember das Projekt Reveu passieren zu lassen und die Projektergebnisse nachzuvollziehen. Die Veranstaltung wird in deutscher und niederländischer Sprache und über das System Microsoft Teams durchgeführt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.

    Zur Veranstaltung und Anmeldung

    Die Umsetzung des Projekts H2Watt erfolgt schwerpunktmäßig auf den Inseln Borkum und Ameland. Durch die natürlichen Gegebenheiten bestehen im Wattenmeer optimale Bedingungen für die Produktion von grünem Wasserstoff, z.B. mit Hilfe von Windkraft- und Solaranlagen sowie mittels der Energie von Wellen- und Gezeitenkraftwerken. Aufgrund der exponierten Lage kann auf den Inseln zudem eine autarke Betrachtung des Versorgungssystems erfolgen.

    Im Rahmen des Projekts sollen Möglichkeiten zur Erzeugung, Speicherung, dem Transport und der Nutzung von erneuerbaren Energien und Wasserstoff analysiert und getestet werden. Letztlich sollen hierdurch marktorientierte Technologien für Wasserstoff-Anwendungen entwickelt und eingeführt werden.  Das Projekt ist im Juli 2019 gestartet und läuft noch bis Juni 2022.

    Mehr zu dem Projekt H2Watt

    Partner

    Die Mariko GmbH sorgt insbesondere in der Region Ems-Achs durch Projektmanagement und Beratungstätigkeiten für die Ver­net­zung der mari­ti­men Wirt­schaft und der Wis­sen­schaft.

    FME ist ein niederländischer Unternehmerverband für die Technologie-Industrie und hat rund 2.200 Mitglieder, die etwa 220.000 Mitarbeitende beschäftigen.

    Die abh Ingenieur-Technik GmbH Emden ist auf Ingenieur- und Serviceleistungen in den Bereichen Shipdesign, Offshore Wind, Offshore Oil & Gas, sowie Energietechnik spezialisiert.

    Die niederländische Gemeinde Ameland liegt auf der gleichnamigen Nordsee-Insel Ameland und hat rund 3.600 Einwohnerinnen und Einwohner.

    Die Borkumer Kleinbahn und Dampfschiffahrt GmbH bietet verschiedene Mobililtätsleistungen in den Bereichen Bus, Bahn und Schiff auf Borkum an. 

    Die Nordseeheilbad Borkum GmbH bündelt alle kommunalen wirtschaftlichen Aktivitäten der Stadt Borkum und ist auch für die Versorgung der Insel mit Strom, Wasser und Wärme zuständig.

    Die AG Reederei Norden-Frisia betreibt Personen- und Güter-Verkehr zu den niedersächsischen Inseln Norderney und Juist. 

    Hochschule Emden/Leer

    Die Hochschule Emden/Leer hat ihren Sitz in Emden. Rund 4.500 Studierende sind an der Fachhochschule eingeschrieben.

    Hochschule Emden/Leer

    Das niederländische Unternehmen HYGRO bietet Lösungen für die Produktion, die Verteilung und den Transport von grünem Wasserstoff. 

    Hochschule Emden/Leer

    Resato International BV ist ein niederländischer Hersteller von Hochdrucklösungen, die unter anderem in Wasserstofftankstellen zum Einsatz kommen. 

    Hochschule Emden/Leer

    Die Royal Wagenborg BV ist ein niederländisches Schifffahrts- und Transport-Unternehmen mit rund 2600 Mitarbeitenden

    Stadtentwässerung Hannover

    Stadtentwässerung Hannover

    PROJEKTE

    Blaupause für die Sektorenkopplung – Ein Klärwerk wird mit grünem Wasserstoff zum Innovationstreiber der Energiewende

    Niedersachsens ältestes Klärwerk versorgt bald nicht mehr nur Hannover mit sauberem Wasser, sondern auch den öffentlichen Nahverkehr mit grünem Wasserstoff. Im großangelegten Modernisierungskonzept will die Stadtentwässerung Hannover unter anderem den eigenen Energieverbrauch des Klärwerks in Herrenhausen drastisch senken und selbst grünen Wasserstoff produzieren. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz fördert das Investitions- und Forschungsprojekt mit 6,37 Mio. Euro.  

    „Mit großer Freude unterstütze ich dieses Leuchtturmprojekt in der Region Hannover. Wasserstoff ist der Treibstoff der Energiewende. Es zeigt beispielhaft, wie die Transformation der niedersächsischen Wirtschaft hin zur Klimaneutralität neue Kooperationen und Chancen hervorbringt. Wir werden künftig nicht nur Wasserstoffproduktion im großen, industriellen Maßstab brauchen, sondern auch im Rahmen solcher dezentraler Projekte, wenn wir den Bedarf für die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft decken und so den Standort und die Arbeitsplätze hier zukunftssicher machen wollen. Das Projekt hat darüber hinaus eine enorme Strahlkraft für kommunale Betriebe in ganz Deutschland“, sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies, der die Förderung heute beim „Zukunftsforum der Wasserwirtschaft“ in Hannover übergab.

    Für die Stadt Hannover ist dieses Projekt ein wichtiger Meilenstein. „Als Landeshauptstadt Hannover setzen wir auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz bei der Bewältigung unserer Aufgaben und machen diese Zielsetzung zur Grundlage unseres Handelns. Dazu gehören Investitionen in zukunftsweisende Technologien. Wir sind sehr stolz auf dieses kreative und innovative Projekt in Hannover. Es zeigt, wie kommunale Partnerschaften uns unserem Ziel der Klimaneutralität in Hannover bis 2035 einen ganzen Schritt näher bringen“, sagte Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover.

    Zukunftsweisend an diesem Leuchtturmprojekt ist vor allem die Sektorenkopplung. So will die Stadtentwässerung primär den Sauerstoff zur Abwasseraufbereitung nutzen, der bei der Produktion von Wasserstoff als Nebenprodukt entsteht. Derzeit wird dieser in den meisten Klärwerken mit Turboverdichtern aus der Umgebungsluft gewonnen – ein Prozess, für den ein Großteil des Energieverbrauchs des Klärwerks nötig ist. Neben den Belebungsbecken stehen Filtratwasser und Ozon bei einer vierten Reinigungsstufe im Fokus des Projektes. Mit dem produzierten Wasserstoff selbst sollen u.a. ab 2023 Busse der ÜSTRA und regiobus Hannover GmbH angetrieben werden, um Emissionen in Hannovers öffentlichem Nahverkehr zu senken. „Wir setzen auf Wasserstofftechnologie, um in Hannover einen nachhaltigen und zukunftssicheren Nahverkehr zu ermöglichen. Mit der Stadtentwässerung Hannover haben wir den idealen Partner, um lokal grünen Wasserstoff zu beziehen“, sagte Elke Maria van Zadel, Vorstandsvorsitzende der ÜSTRA und regiobus-Geschäftsführerin. Die beim Elektrolyseprozess entstehende Abwärme wird ins Fernwärmenetz eingespeist. Teil des Projekts ist auch die Entwicklung einer intelligenten Anlagensteuerung von Elektrolysesystemen durch die Partner Aspens GmbH und Leibniz Universität Hannover.

    Als Energiequelle für die Elektrolyse wird ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien verwendet, sodass die gesamte Wertschöpfungskette CO2-neutral aufgestellt ist. Darüber hinaus nutzt die Stadtentwässerung für die Wasserstoffproduktion Betriebswasser statt wertvollem Trinkwasser und leistet so einen zusätzlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit. „Als kommunaler Betrieb tragen wir Verantwortung und investieren in die nachhaltige Zukunft der Landeshauptstadt Hannover. Unser Ziel ist ganz klar: Wir wollen ressourcenschonend und mit modernsten Methoden einen sauberen Wasserkreislauf gewährleisten und damit die Wasserqualität für rund 750.000 Menschen in Hannover und Umgebung sicherstellen“, sagte Betriebsleiter Matthias Görn.