Fairfuels

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Fairfuels

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen insbesondere im Verkehrssektor deutlich reduziert werden. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Dekarbonisierung des Luftverkehrs, indem herkömmliches Kerosin durch klimafreundliche Treibstoffe ersetzt wird. Wie das gelingen kann, zeigt das Projekt Fairfuels: Mit Hilfe von grünem Wasserstoff und CO2 aus der Atmosphäre wird synthetisches Öl hergestellt, welches letztlich als E-Kerosin in der Luftfahrt genutzt werden kann.

Im emsländischen Werlte hat die Non-Profit-Organisation atmosfair ein Verfahren entwickelt, um mittels einer Power to Liquid-Anlage CO2-neutrales Kerosin für den Luftverkehr herzustellen. In einem Elektrolyseur wird hierzu zunächst – mit Hilfe von PV- und Windstrom – aus Wasser grüner Wasserstoff erzeugt. Mit dem grünen Wasserstoff und Kohlenstoff, der aus der Umgebungsluft und aus Biogasanlagen gewonnen wird, wird dann in einer Syntheseanlage synthetisches Rohöl hergestellt. In einem letzten Schritt wird das synthetische Rohöl schließlich in der Raffinerie in Heide zu E-Kerosin aufbereitet.

Im Rahmen des Projekts werden etwa 8 Barrel synthetisches Öl pro Tag hergestellt und an beteiligte Partner wie die Lufthansa Group geliefert. Das Projekt hat Modell-Charakter für die erfolgreiche Dekarbonisierung des Flugverkehrs. Zur erfolgreichen Dekarbonisierung der Luftfahrt braucht es jedoch eine Reihe von Nachahmern im Großmaßstab. Das Projekt Fairfuels soll daher beispielhaft zeigen, wie in Ländern mit einem hohen Angebot an erneuerbaren Energien die Herstellung von E-Kerosin im Großmaßstab ermöglicht werden kann – welches schließlich für den Import nach Deutschland zur Verfügung steht.

Mehr zu dem Projekt

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Über atmosfair

Die atmosfair gGmbH ist eine gemeinnützige Klimaschutzorganisation mit Sitz in Berlin. atmosfair führt Klimaschutzprojekte durch, berät und begleitet Unternehmen und Institutionen bei der Transformation und ermöglicht es, unvermeidbare CO₂-Emissionen im globalen Süden zu kompensieren.

© atmosfair

RWE baut 14 Megawatt Elektrolyse-Testanlage in Lingen

RWE baut 14 Megawatt Elektrolyse-Testanlage in Lingen

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RWE baut 14 Megawatt Elektrolyse-Testanlage in Lingen

Das Land Niedersachsen unterstützt den von RWE geplanten Bau einer Test-Elektrolyse in Lingen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff. Den entsprechenden Bescheid übergab Olaf Lies, Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz am Dienstag, den 03. Mai 2022. Baustart soll im Juni sein. Die Anlage soll ab Mitte 2023 grünen Wasserstoff erzeugen.

Die Pilot-Elektrolyse wird zunächst eine Kapazität von 14 Megawatt (MW) haben und damit
direkt zu den größten Anlagen ihrer Art in Deutschland gehören. RWE will in der Versuchsanlage
zwei Elektrolyse-Technologien unter industriellen Bedingungen erproben: Der Dresdner
Hersteller Sunfire installiert für RWE einen Druck-Alkali-Elektrolyseur mit einer Kapazität von
10 MW. Parallel dazu errichtet Linde, das weltweit führende Industriegase- und Engineering-
Unternehmen, einen 4-MW-Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur (PEM). RWE wird
Eigentümer und Betreiber der gesamten Anlage in Lingen sein.

Ab Frühjahr 2023 soll die Anlage mithilfe von grünem Strom pro Stunde bis zu 290 Kilogramm grünen Wasserstoff erzeugen. Das Projekt ist auf drei Jahre mit Option für eine Verlängerung um ein Jahr angelegt.

 

Einsatz

Der dabei erzeugte Wasserstoff soll in ein öffentliches Wasserstoffnetz eingespeist oder dem Brennstoff für Gasturbinen des Kraftwerkes beigemischt werden. Zudem könnte damit die wasserstofffähige Gasturbine versorgt werden, deren Errichtung RWE und Kawasaki bis 2024 in Lingen planen.

 

Standort

Lingen spielt eine Schlüsselrolle in RWEs Wasserstoffstrategie: Im Rahmen des Projekts GET H2 plant das Unternehmen, dort bis 2024 eine erste 100-MW-Elektrolyseanlage zu errichten. Die Kapazität dieser Anlage soll bis 2026 auf 300 MW ausgebaut werden. Ziel von GET H2 ist es, gemeinsam mit Partnern die kritische Masse zu schaffen, die es braucht, um den Aufbau einer überregionalen Wasserstoffinfrastruktur in Gang zu setzen und einen starken europäischen Wasserstoff-Markt zu entwickeln.

Förderung

Das Land Niedersachsen unterstützt den Bau mit 8 Mio. Euro. RWE gab bekannt 30 Mio. Euro in den Bau der Test-Elektrolyse auf dem Gelände des Gaskraftwerks Emsland zu investieren.

Sopna Sury

COO Hydrogen RWE Generation

Bis 2030 wird RWE zwei Gigawatt eigene Elektrolysekapazität schaffen, um damit grünen Wasserstoff zu erzeugen. Die Investitionsentscheidung für eine Versuchsanlage hier in Lingen ist richtungsweisend für uns. Damit wollen wir Betriebserfahrungen im industriellen Einsatz der beiden Technologien sammeln, die etwa im Rahmen von GET H2 im dreistelligen Megawatt-Bereich zum Einsatz kommen sollen. Die Förderzusage des niedersächsischen Umweltministeriums trägt maßgeblich dazu bei, dass dieses Pilot-Projekt umgesetzt werden kann, das den Weg bereitet für künftige Großanlagen.

©RWE

Olaf Lies

Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz

Wir sehen hier in Lingen eine faszinierende Transformationsgeschichte hinein in die Zukunft unserer Energieproduktion. RWE zeigt damit nicht nur, dass es zum Energiestandort Lingen steht. Mit dem Pilotprojekt wird auch der erste Schritt gegangen zum geplanten Aufbau großskaliger Elektrolysekapazitäten hier vor Ort. Hier schaffen wir gemeinsam die Basis für einen ganzen Elektrolyseur-Park, der hier entstehen kann und soll.

Außerdem führt uns der Krieg in der Ukraine so deutlich wie nie zuvor vor Augen, dass wir die Energiewende brauchen – eher heute als morgen. Sie steht mittlerweile für mehr als nur Klimafreundlichkeit, sie wird zum Symbol für Frieden und Unabhängigkeit. Wasserstoff wird dabei fester Bestandteil unseres Energiesystems, ihn brauchen wir zum Erreichen unserer Klimaziele. Die Energiewende kann nur mit Molekülen und Elektronen gelingen. Auch dazu trägt RWE mit diesem Projekt seinen Teil bei.

Durch den Bau und gleichzeitigen Betrieb der beiden unterschiedlichen Elektrolyseurtypen wird ein fundierter Vergleich der technischen und wirtschaftlichen Parameter der beiden Technologien möglich. Die so gewonnen Erkenntnisse können dann einfließen in die anstehenden Investitionsentscheidungen zum Ausbau der Elektrolysekapazität dann im dreistelligen Megawatt-Bereich.

©picture_alliance-Holger_Holleman-dpa

Regio Plus: Dekarbonisierung von Unternehmen durch Sektorenkopplung 

Regio Plus: Dekarbonisierung von Unternehmen durch Sektorenkopplung 

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Regio Plus: Dekarbonisierung von Unternehmen durch Sektorenkopplung

In dem Projekt Regio Plus wird am Beispiel des Emslandes exemplarisch analysiert, wie Unternehmen in einem zukünftigen Energiesystem eine CO2-arme Produktion sicherstellen können. Hierzu wird der aktuelle Status des Energiesystems analysiert und auf dieser Grundlage herausgearbeitet, wie Unternehmen zukünftig mit der nötigen Energie versorgt werden können. Im Zentrum der Forschung steht dabei die Frage nach Möglichkeiten für die Sektorenkopplung, bei der auch grüner Wasserstoff eine wichtige Rolle spielen soll. 

Vor dem Hintergrund eines überwiegend auf erneuerbarem Strom basierenden Energiesystems bekommt die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität eine zunehmend größere Bedeutung. Da das Angebot erneuerbarer Energien im Emsland aktuell bereits recht hoch ist, spielt die Nutzung von Überschussstrom schon heute eine wichtige Rolle – die in Zukunft mit einem steigenden Angebot erneuerbarer Energien weiter wachsen wird. Wasserstoff kann in diesem Kontext aufgrund der Flexibilität und Speicherfähigkeit durch Technologien wie Power-to-Gas eine wichtige Rolle spielen. Im Projekt Regio Plus sollen daher verschiedene Querschnittstechnologien analysiert werden und ein zukünftiges Energiesystem modelliert werden.

Dabei sollen speziell die Chancen und Risiken für Unternehmen aufgezeigt werden, die sich im Rahmen der Transformation ergeben. Letztlich sollen die Forschungsergebnisse praxisorientierte Lösungsansätze für Unternehmen bereithalten. Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Regio Plus wurde im Juli 2019 gestartet und läuft noch bis Juni 2022.

Mehr zu dem Projekt lesen Sie hier. 

Die Ergebnisse wurden auch auf einer Konferenz vorgestellt. Folien und weitere Infos finden Sie dazu hier.

Projektpartner:

Hochschule Osnabrück, Landkreis Emsland, Kuiter, westnetz, Energie Achse Ams, Energieeffizienzagentur Landkreis Emsland, Goldschmidt, Giga Coating, BP Lingen, Stadt Lingen, Stadtwerke Lingen

 

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Wasserstoffbusse für Friesland: HyFri

Wasserstoffbusse für Friesland: HyFri

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Besuch am Windpark (von links nach rechts): Umweltminister Olaf Lies; EWE-Chef Stefan Dohler; Jan Cyrullies, Geschäftsführer von Weser-Ems-Bus; Maximilian Graf von Wedel-Gödens, Geschäftsführer der Friesen Elektra der Unternehmensgruppe Schloss Gödens und Sven Ambrosy, Landrat des Landkreises Friesland. 

Bild: ©Björn Lübbe

Wasserstoffbusse für den Landkreis Friesland: HyFri

Im Landkreis Friesland soll im Rahmen des Projektes „HyFri“ der ÖPNV klimafreundlicher werden. Dazu sollen fünf Wasserstoffbusse angeschafft werden, die grünen Wasserstoff nutzen. Dieser grüne Wasserstoff wird unter anderem mittels erneuerbarer Energien aus einem regionalen Energiepark hergestellt. Das Projekt bündelt die Potenziale im Landkreis und gibt den Startschuss für den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft im Landkreis Friesland.

Aufgrund des hohen Angebots an erneuerbaren Energien hat der Landkreis Friesland ein großes Potenzial für den Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft. Der Startschuss für dieses Vorhaben soll nun im Verkehrssektor gesetzt werden – nämlich mit dem geplanten Einsatz von Wasserstoffbussen in der Region. Die Weser-Ems-Bus GmbH wird hierzu mit fünf Wasserstoffbussen ausgestattet, die zukünftig den regionalen Busverkehr klimafreundlicher gestalten werden. Die Busse sollen ab Ende 2023 im Landkreis Friesland unterwegs sein.

Die Busse können laut Planungen an einer neuen Wasserstofftankstelle in Schortens betankt werden. Hierzu gründen die Projektpartner der Weser-Ems-Busverkehr GmbH, der EWE AG und der Unternehmensgruppe Schloss Gödens eine Betreibergesellschaft. EWE wird sich federführend um die Installation und Inbetriebnahme der Wasserstofftankstelle kümmern.

Erneuerbare Energien aus der Region nutzen 

Ein Teil des grünen Wasserstoffs, der über die Tankstelle vertrieben werden soll, wird dabei direkt in der Region hergestellt. Hierfür wird ein Energiepark errichtet. Der bereits bestehende Windpark am Standort Sande wird dafür mit Photovoltaikmodulen ergänzt. Betrieben wird der Energiepark von der Friesen Elektra der Unternehmensgruppe Gödens. Hierdurch kann für eine gesteigerte, regionale Verfügbarkeit erneuerbarer Energien gesorgt werden – die wiederum zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden kann.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies unterstützt das Projekt und betont die Signalwirkung: „Der erste Schritt ist oft der schwierigste – das ÖPNV-Projekt im Landkreis Friesland geht ihn und markiert damit den Start für den weiteren Ausbau der Wasserstoffwirtschaft in der Region.“

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr im Rahmen des Projektes HyWays for Future gefördert – welches wiederum Teil des HyLand Programmes für Regionenförderungen ist. Unter Vorbehalt der Förderzusage wird auch die Beschaffung der Busse durch das Bundesverkehrsministerium gefördert und deren Betrieb durch den Landkreis Friesland unterstützt.

 

Das sagen die Projektbeteiligten:

Sven Ambrosy - Landrat Landkreis Friesland

„Gerade in unserer Weltnaturerbe-Region tragen wir eine große Verantwortung für den Klimaschutz. Mit der Etablierung einer regionalen, grünen Wasserstoffproduktion leisten wir einen sehr großen Beitrag zur Reduktion von CO2, stärken zugleich die lokale Wirtschaft und schützen unsere Natur für die Menschen, die hier leben, für Touristen sowie für kommende Generationen. Ich freue mich, dass wir hervorragende Partner aus der Wirtschaft gefunden haben, um gemeinsam ins Wasserstoffzeitalter aufzubrechen.“

Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG

„Grüner Wasserstoff ist ein wichtiges Element für EWE auf dem Weg zur Klimaneutralität und hin zu mehr Unabhängigkeit. […] EWE bringt daher den Markteintritt von grünem Wasserstoff zusammen mit Partnern voran. Friesland ist dabei eine ideale Region, denn sie wird bereits jetzt vollständig durch erneuerbare Energien versorgt. Durch die Elektrolyse und Speicherung der Energie in Form von Wasserstoff ergeben sich weitere Potenziale, gerade im Verkehrssektor. […] Im Landkreis Friesland suchen wir jetzt aktiv nach weiteren Partnern als Nutzer der Wasserstofftankstelle, damit wir mittelfristig mit der lokalen, bedarfsgerechten Produktion beginnen können.“

Maximilian Graf von Wedel-Gödens, Geschäftsführer der Friesen Elektra

„Innovation und Moderne im ländlichen Raum, damit beschäftigen wir uns seit über 20 Jahren. Die Zeichen der Zeit sind klar und Wasserstoff hat ein riesiges Wirtschaftspotenzial für Sande und Friesland. Wir werden dazu beitragen, dieses Potenzial zu heben.“

Jan Cyrullies, Geschäftsführer Weser-Ems-Bus

„Dank der Zustimmung des Landkreises werden wir Ende 2023 in Friesland fünf Wasserstoffbusse einsetzen, die zu 100 Prozent emissionsfrei unterwegs sind. Weser-Ems-Bus gehört zur Region Nord von DB Regio Bus. In Schleswig-Holstein hat unsere Region bereits gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Wasserstoffbussen gemacht. Wir freuen uns, dass wir unser Know-how in diesem Bereich nun auch im Landkreis Friesland auf die Straße bringen können.“

Partner

Die Weser-Ems Busverkehr GmbH mit Hauptsitz in Hamburg ist ein Tochterunternehmen der DB Regio AG und betreibt Busverkehr in Niedersachsen. Im Verkehrsgebiet des Verkehrsverbunds Ems-Jade beschäftigt das Unternehmen 135 Mitarbeitende und setzt 45 eigene Busse ein.

© Weser-Ems Busverkehr GmbH

©Tennet

Die EWE AG mit Hauptsitz im niedersächsischen Oldenburg ist in den Geschäftsfeldern Energie, Telekommunikation und Informationstechnologie aktiv und hat über 9.100 Mitarbeitende.  Im Bereich Wasserstoff fokussiert sich die EWE AG auf den Aufbau der Infrastruktur.

© EWE AG

©Tennet

Die Unternehmensgruppe Schloss Gödens ist in vielfältigen Bereichen aktiv – die Friesen Elektra ist Teil der Gruppe Gödens und gewinnt bereits seit 1999 erneuerbare Energien aus einem Windpark in Sande.

© Schloss Gödens

©Tennet

Der Landkreis Friesland besteht aus acht Städten und Gemeinden und hat insgesamt rund 98.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Mit dem Projekt „HyFri“ soll der Startschuss zum Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft im Landkreis Friesland gelingen.

© Landkreis Friesland

Green Crane

Green Crane

PROJEKTE

   

Green Crane

Im Rahmen des Projekts Green Crane soll die Wasserstofferzeugung in Spanien mit den Nachfragezentren in Mittel- und Nordeuropa – u.a. Lingen im Emsland – verbunden werden. Hierzu soll in Spanien zunächst grüner Wasserstoff mittels Windenergie und Photovoltaik hergestellt werden. Anschließend soll der grüne Wasserstoff mit Hilfe eines flüssigen organischen Trägermaterials (Liquid Organic Hydrogen Carrier, kurz: LOHC) transportfähig und lagerbar gemacht werden – und auf dem Seeweg über Rotterdam sowie anschließend über die Ems nach Lingen verschifft werden. In der dortigen BP Raffinerie wird der grüne Wasserstoff schließlich wieder freigesetzt und für die Industrie vor Ort nutzbar gemacht sowie in das lokale Wasserstoff-Pipelinenetz eingespeist.

Um den Wasserstoffbedarf Deutschlands zu decken, muss laut der Nationalen Wasserstoffstrategie ein großer Teil des grünen Wasserstoffs importiert werden. Im Projekt Green Crane soll genau dies im Großmaßstab geschehen. Der grüne Wasserstoff wird dabei in Spanien mittels Windenergie und Photovoltaik produziert und mit Hilfe der LOHC-Technologie transportfähig und lagerbar gemacht.

Der grüne Wasserstoff kann so auf dem Seeweg zunächst nach Rotterdam gebracht und per Binnenschiff nach Lingen transportiert werden. Am Standort der BP Raffinerie in Lingen soll der Wasserstoff dann bedarfsgerecht freigesetzt werden – und für die Industrie vor Ort nutzbar gemacht oder in das lokale Wasserstoff-Pipelinenetz eingespeist werden. Geplant ist zunächst die Speicherung und der Transport von bis zu 3.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr mittels LOHC.

Ziel von Green Crane ist es, eine großvolumige europäische Wertschöpfungsketten für grünen Wasserstoff mit Hilfe von LOHC aufzubauen. Das Projekt wird daher vom Wirtschafts- und Klimaschutzministerium gefördert und wurde im Jahr 2021 auch als Wasserstoff-IPCEI (Important Projects of Common European Interest) vorausgewählt.

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Partner

Die Hydrogenious LOHC Technologies GmbH mit Sitz in Bayern wurde im Jahr 2013 gegründet und bietet mit der LOHC-Technologie Lösungen für den sicheren und effizienten Transport von Wasserstoff. 

© Hydrogenios LOHC Technologies GmbH

©Tennet

Enagás mit Sitz in Madrid ist ein börsennotierter spanischer Fernleitungsnetzbetreiber für Gas. Enagás betreibt etwa 10.000 km Pipelines in Spanien und setzt vermehrt auf erneurbare Gase.

© Enagás

©Tennet

Naturgy ist ein spanisches Unternehmen im Energiesektor und ist im Feld der Energieversorgung und Energievermarktung aktiv. Der Fokus soll dabei zunehmend auf erneuerbaren Strom und grünen Wasserstoff gelegt werden. 

© Naturgy

©Tennet

Vopak ist ein niederländisches Unternehmen, das sich mit der Lagerung und Distribution von Öl, Gas und Chemieprodukten beschäftigt. Das Unternehmen will neue Wertschöpfungsketten der Wasserstoffwirtschaft erschließen und die Wasserstoff-Mobilität ausbauen.

© Vopak

IPCC-Bericht: Wasserstoff für den Klimaschutz

IPCC-Bericht: Wasserstoff für den Klimaschutz

News

IPCC-Bericht: Wasserstoff ist Werkzeug für den Klimaschutz

„Wir sind an einem Scheideweg. Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, können eine lebenswerte Zukunft sichern. Wir haben die Werkzeuge und das Wissen, um die Erderwärmung zu begrenzen.“

Hoesung Lee, Vorsitzender IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change)

Nicht 1,5 Grad Celsius, nicht 2 Grad Celsius – die bisherigen Ambitionen, die Erderwärmung zu begrenzen, führen uns in eine Welt mit 3,2 Grad Celsius als Anstieg der globalen mittleren Temperatur im Jahr 2100. So lautet das dramatische Ergebnis des gerade veröffentlichten dritten Teils des sechsten IPCC-Berichts. In diesem Teil setzen sich Forschende aus der ganzen Welt insbesondere mit Mitteln zur Begrenzung der Erderwärmung und ihrer dramatischen Folgen auseinander.

Als eines der zentralen Werkzeuge nennt der Bericht in Kapitel 1 dabei klimafreundlichen Wasserstoff. Dabei wird Wasserstoff in industriellen Prozessen bei der Stahlerzeugung als Beispiel von möglichen Maßnahmen behandelt. Gleichzeitig wird die Bereitstellung einer Wasserstoffinfrastruktur als Herausforderung gesehen, bei welcher übergangsweise eine Technologieoffenheit für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft empfohlen wird.[1]

Die entstehenden Kosten der Dekarbonisierung hingen von der Politik, der Gestaltung sowie der Umsetzung des Übergangs in eine emissionsfreie Zukunft ab. Insbesondere die Verfügbarkeit von Technologien spiele bei der Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle. Wissenschaftliche Fortschritte bei Biokraftstoffen, synthetischen Kraftstoffen, aber auch Wasserstoff führten zu einer wirtschaftlichen Verbesserung von „net zero energy systems“[2]. Integrierte Gesamtsystemansätze senkten dabei die Kosten eines solchen Übergangs.

Um diese notwendige Systemflexibilität zu erreichen, spiele die Sektorenkopplung eine entscheidende Rolle, welche fortschrittliche Technologien gezielt in einem Gesamtsystem anwenden könne, so der Bericht. Gleichzeitig könnten Wasserstoffproduktionsprozesse und Wasserstoffspeicher die Resilienz von Energiesystemen erhöhen. Mit einer Gesamtsystemperspektive könne eine integrierte Planung sowohl den kurzfristigen Betrieb als auch langfristige Investitionsentscheidungen unterstützen. Der Bericht zeigt, dass die entsprechende Infrastruktur dann von der lokalen bis zur nationalen und internationalen Ebene abgedeckt werden könne und dabei die Anforderungen an die Versorgungssicherheit erfülle.[3]

Der Weltklimarat hat die Aufgabe inne, die wissenschaftlichen Befunde zum Klimawandel stetig zu überarbeiten. Seit dem Jahr 1990 werden Berichte veröffentlicht, an welchen zahlreiche Forschende arbeiten.[4] Der sechste Sachstandsbericht besteht aus vier Teilen. Der erste Band wurde im August 2021, der zweite Teil im Februar 2022 und der dritte Teil über den Klimaschutz im April 2022 veröffentlicht. Der vierte Band soll als Synthesebericht vermutlich im September 2022 erscheinen.

Der gesamte Bericht kann hier nachgelesen werden: https://www.ipcc.ch/report/sixth-assessment-report-working-group-3/

 

[1] https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf (Seite 231 im Adobe View, Seite 1-25 des Chapter 1 im gesamten Bericht)

[2] https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf (Seite 948 im Adobe View, Seite 6-5 des Chapter 6 des Gesamtberichtes)

[3] https://report.ipcc.ch/ar6wg3/pdf/IPCC_AR6_WGIII_FinalDraft_FullReport.pdf, Seite 992 im Adobe View, Seite 6-49 im Chapter 6 des Gesamtberichtes

[4] https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2022-04/ipcc-bericht-klimaschutz-1-5-grad/komplettansicht

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