H2Nord: Wasserstoffinfrastruktur für Ostfriesland

H2Nord: Wasserstoffinfrastruktur für Ostfriesland

PROJEKTE

Bescheidübergabe in Hannover: (v.l.n.r.: Eugen Firus, Vertriebsleiter H2Nord, Energieminister Christian Meyer, Claas Mauritz Brons, Geschäftsführer H2Nord).Quelle: MU

Bescheidübergabe in Hannover: (v.l.n.r.: Eugen Firus, Vertriebsleiter H2Nord, Energieminister Christian Meyer, Claas Mauritz Brons, Geschäftsführer H2Nord). ©MU

H2Nord – Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in Ostfriesland

Ende Januar 2023 gab Niedersachsens Energieminister Christian Meyer den Startschuss für den Aufbau einer grünen Wasserstoffinfrastruktur in Emden und Ostfriesland. Dafür übergab er einen Förderbescheid für eine Wasserstoffproduktionsanlage an die H2Nord GmbH & Co. KG. Mit 8 Mio. Euro soll der Bau einer 10 Megawatt Elektrolyseanlage inklusive Befüllstation für mobile Speicher-Container unterstützt werden. 

H2Nord plant in einem nächsten Schritt mehrere Tankstellen für grünen Wasserstoff zu errichten und sie mit selbst produziertem Wasserstoff aus der Region zu beliefern. „Wir müssen dringend den CO2-Ausstoß im Verkehr senken, um unsere Klimaziele zu erreichen. Wasserstoff ist eine der Lösungen im Schwerlastverkehr, die wir unbedingt für eine erfolgreiche Energiewende brauchen. Mit dem Aufbau einer Wasserstofflogistik steigern wir außerdem die Attraktivität der Region, auch für die Ansiedlung weiterer Industrie- und Gewerbebetriebe“, sagte Niedersachsens Energieminister Christian Meyer bei der Bescheidübergabe.

Entstehen soll ein grünes, regionales Wasserstoffökosystem auf Basis von lokal erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien. Ab 2024 soll grüner Wasserstoff an den Tankstellen zur Verfügung stehen. 

Das Energie-Zukunftsprojekt hat ein Gesamtvolumen von 19,5 Millionen Euro. Die 8 Millionen Euro des Landes stammen aus Mitteln der Wasserstoff-Richtlinie des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Insgesamt wurden rund 80 Millionen Euro im Rahmen der Richtlinie für Pilot- und Demonstrationsvorhaben im Wasserstoffsektor beantragt und bewilligt. 

 

Mehr Infos finden Sie hier. 

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    BETH2REX

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    ©MU

    V.l.n.r.: Dr. Dr. Magnus Buhlert vom Nds. Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz,  Minister Olas Lies, Prof. Dr. Ludger Frerichs von der TU Braunschweig, Dennis Boller von der XPANSE Powertrain, Jürgen Akkermann, CFO Clean Logistics SE und Dirk Graszt, CEO Clean Logistics SE. ©MU

    BETH2REX – Neuartiges Fahrzeugkonzept

    In der Energiewende gilt es alle Prozesse zu elektrifizieren und wo dies nicht möglich ist, auf grünen Wasserstoff umzusteigen. Den Schwerlastverkehr zu elektrifizieren, ist aufgrund des hohen Gewichts und auch des Luftwiderstands nach wie vor eine enorme Herausforderung. Im Projekt „Battery Electric Truck with H2 Range-Extender“ (BETH2REX) soll deshalb ein völlig neues, elektrischen Fahrzeugkonzept umgesetzt werden. Ziel ist es fünf LKW-Prototypen mit batterie-elektrischem Antrieb und Brennstoffzellen-Range-Extender zu bauen.

    Für dieses Vorhaben bekamen die Unternehmen Clean Logistics Technology GmbH und XPANSE Powertrain GmbH sowie die Technische Universität Braunschweig heute  Förderbescheide über insgesamt rund 7,6 Millionen Euro vom niedersächsischen Energieminister Olaf Lies.

    Energieminister Olaf Lies: „Wir müssen dringend den CO2-Ausstoß im Verkehr senken, um unsere Klimaziele zu erreichen. Dazu brauchen wir nicht nur Konzepte im PKW-Bereich, sondern alternative Antriebe für alle Fahrzeugklassen – so auch im Güterverkehr. Es gibt derzeit keinen Hersteller auf dem Markt, der mittelschwere LKW mit brennstoffzellenelektrischem Antrieb als Serienfahrzeug anbietet. Aber da müssen wir unbedingt hin. Wir brauchen jedoch keine Einzellösungen oder Umbauten, sondern ein universell praktikables Konzept. Ich freue mich, dass ein Projekt aus Niedersachsen hier vorangeht und dass wir es mit Landesmitteln unterstützen können.“

    Das Projekt BETH2REX soll im ersten Schritt bis zu fünf zulassungsfähige Prototypen mit einem skalierbaren Wasserstoff-Brennstoffzellensystem als Range-Extender entwickeln, die dann im Flottenversuch praktisch erprobt werden. Dieser Fahrzeugtyp kann durch seine Leistungsfähigkeit, den emissionsfreien Antrieb und insbesondere seine niedrigen Geräuschemissionen im urbanen und regionalen Verteilerverkehr rund um die Uhr eingesetzt werden. Außerdem soll das Projekt als Grundlage für eine Serienfertigung dienen, um die Angebotslücke des emissionsfreien Güterverkehrs bei mittelschweren LKW schnellstmöglich mit serienreifen Fahrzeugen zu schließen.

    Die Gesamtförderung von rund 7,6 Millionen Euro teilt sich in drei Förderbescheide auf: XPANSE Powertrain erhält rund 5,5 Millionen Euro, Clean Logistics Technology rund 1,6 Millionen Euro und die TU Braunschweig circa 500.000 Euro.

    H2Move

    H2Move

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    H2Move

    Das Erdölfeld Mittelplate ist das förderstärkste Erdölfeld Deutschlands und wird seit 35 Jahren von Wintershall Dea betrieben. Das Feld befindet sich im schleswig-holsteinischen Wattenmeer, weshalb ein möglichst umweltschonender Betrieb vorgesehen ist. Im Projekt H2Move sollen die Versorgerschiffe der Bohr- und Förderinsel Mittelplate auf Wasserstoff-Hybrid-Antriebe umgestellt werden. Der hierfür nötige Wasserstoff soll CO2-neutral in Cuxhaven erzeugt werden.

    In Cuxhaven wird aktuell eine Elektrolyseanlage mit einer Leistung von 2 Megawatt für die Erzeugung von grünem Wasserstoff errichtet. Dieser soll bei den Versorgerschiffen der Bohr- und Förderinsel Mittelplate zum Einsatz kommen. Um die Tankvorgänge möglichst schnell durchzuführen, werden in Cuxhaven zudem Speicher mit verschiedenen Druckstufen gebaut.

    Nach Fertigstellung der Anlage ist vorgesehen, den in Cuxhaven erzeugten Wasserstoff in sogenannten Tankcontainern unter einem Druck von bis zu 350 bar auf die Mittelplate-Schiffe zu befördern. Aus den Containern wird der Wasserstoff dann einer Brennstoffzelle zugeführt, die Strom erzeugt und schließlich den Elektromotor der Mittelplate-Schiffe antreibt.

    Die vier Versorgungsschiffe der Mittelplate-Flotte legen laut Angaben von Wintershall Dea jährlich zusammen etwa 12.500 Seemeilen zurück. Als erster Versorger wird das Schiff Coastal Liberty umgerüstet. Allein dieses Schiff verbraucht rund 275.000 Liter Diesel pro Jahr und hat ein Einsparpotenzial von jährlich bis zu 700 Tonnen CO2.

    Die Entwicklung und Umsetzung der landseitigen Versorgungsinfrastruktur wird durch die Turneo GmbH umgesetzt, einem Joint Venture aus der Hamburger Karlsson GmbH und der EWE Gasspeicher GmbH aus Oldenburg. Die Firma EnTec Industrial Services GmbH hatte zuvor eine Machbarkeitsstudie in Cuxhaven erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt soll letztlich auch den Grundstein für den Aufbau einer regionalen Wasserstoffinfrastruktur in Cuxhaven legen.

    Mehr zu dem Projekt gibt es hier.

     

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    Über Wintershall Dea

    Wintershall Dea sucht und fördert weltweit Öl und Erdgas. Seit mehr als 30 Jahren fördert das Unternehmen am Standort Mittelplate Erdöl. Zunehmend ist das Unternehmen jedoch auch in den Bereichen Wasserstoff und Carbon Capture and Storage (CCS) aktiv.

    Logo © Wintershall Dea

    Wasserstoff-Tankstelle für Walsrode

    Wasserstoff-Tankstelle für Walsrode

    PROJEKTE

    Wasserstoff-Tankstelle für Walsrode

    Das Walsroder Dreieck ist ein wichtiger Verkehrs-Knotenpunkt im Norden Deutschlands und verbindet die A7 mit der A27. Aufgrund dieser Lage soll die erste Wasserstoff-Tankstelle der Region im sogenannten „A27park“ errichtet werden, an der ausschließlich grüner Wasserstoff angeboten wird. Hiermit soll für Speditionen aus der Region, aber ebenso für den Langstreckenverkehr eine Wasserstoff-Tankmöglichkeit geboten werden – und letztlich die Wasserstoff-Mobilität in der Region gestärkt werden. Das Vorhaben wird von GP JOULE umgesetzt.

    Der Einsatz von Wasserstoff bietet sich insbesondere im Schwerlastverkehr an: Aufgrund der schnellen Betankung und der großen Reichweite setzen immer mehr Logistik-Unternehmen auf die Verwendung von grünem Wasserstoff. Für eine erfolgreiche Wasserstoff-Mobilität ist jedoch die entsprechende Tankstellen-Infrastruktur eine zentrale Voraussetzung, weshalb GP JOULE nun im A27park am Dreieck Walsrode eine Wasserstoff-Tankstelle errichten will. Die Lage ermöglicht es insbesondere Speditionen aus der Region, vermehrt auf Wasserstoff-Fahrzeuge zu setzen – bietet aber auch für den Langstreckenverkehr eine Wasserstoff-Tankmöglichkeit, die in der Region bislang fehlte. Denn häufig gibt es insbesondere in ländlichen Gebieten das bekannte Henne-Ei-Problem: Ohne Wasserstoff-Tankstellen keine Wasserstoff-Fahrzeuge und ohne Wasserstoff-Fahrzeuge keine Wasserstoff-Tankstellen. Mit der neuen Tankstelle in Walsrode möchte GP JOULE diese Dynamik durchbrechen.

    Es ist vorgesehen, dass die Wasserstoff-Tankstelle auch eine Druckstufe von 350 bar erhält, die für Tankvorgänge bei Schwerlast-LKW und Bussen erforderlich ist. Diese Druckstufe ist bislang in Niedersachsen noch zu selten verfügbar – insbesondere in ländlichen Regionen. Durch die Errichtung der Tankstelle soll letztlich die Wasserstoff-Mobilität in der Region im Allgemeinen gefördert werden – denn viele Unternehmen zögern noch hinsichtlich einer Umstellung, sofern die entsprechende Tankstellen-Infrastruktur nicht vorhanden ist.

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    Über GP JOULE

    Das im Jahr 2009 gegründete Unternehmen GP JOULE ist ein System-Anbieter für integrierte Energielösungen aus Sonne, Wind und Biomasse sowie ein Partner auf Versorgungsebene für Strom, Wärme, Wasserstoff sowie Elektro-Mobilität. Die mittelständische Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    © GP JOULE

    Steyerberg will zentraler Energieproduzent werden

    Steyerberg will zentraler Energieproduzent werden

    Projekte

    Steyerberg will zentraler Standort für erneuerbare Energien werden

    Mit nur rund 5000 Einwohnern will Flecken Steyerberg im Kreis Nienburg zentraler Energiestandort in Niedersachsen werden. Auf einem ehemaligen Militärgelände soll im Projekt „H2art of Lower Saxony“ mit dem Ökostrom aus 12 Windrädern grüner Wasserstoff im industriellen Maßstab hergestellt werden.  

    Auf seiner Sommerreise besuchte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil am Dienstag, den 05. Juli Steyerberg im Kreis Nienburg. Dort soll auf dem 1.100 Hektar großen, ehemaligen NATO-Waldgelände ein Windpark der Firma WestWind Energy mit 12 Windrädern entstehen, die jährlich bis zu 180 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen können. Der Strom soll die Grundlast für einen Elektrolyseur sichern, könne aber auch ins Netz eingespeist werden, so die Organisatoren. Zusätzlicher Strombedarf kann durch die direkte Anbindung an die 380 kV Nord-Süd-Stromtrasse gesichert werden, die den Offshore-Strom in den Süden transportiert.

    „Wir haben hier den idealen Dreiklang aus Windenergie, Biogasanlage und die Anbindung an die Nord-Süd-Stromautobahn. Dazu kommt die günstige Nähe zum künftigen Wasserstoffstartnetz, wie es im Netzentwicklungsplan Gas geplant wird“, erklärt Christian Alvermann von der kommunalen Wirtschaftsförderung“.

    Der Wasserstoff soll lokal eingesetzt werden. Die ortsansässige Chemieanlage Oxxynova plant synthetische Kraftstoffe zu produzieren und bisher nicht verwertbare Kunststoffabfälle zu recyclen. Darüber hinaus können Wasserstofftankstellen in den Landkreisen Nienburg, Diepholz und Schaumburg beliefert werden, sowie eine geplante Wasserstofftankstelle für Binnenschiffe an der Weser. Auf dem Gelände selbst soll auch ein Wasserstoffspeicher eingerichtet werden.  Den Wasserbedarf hierzu stellen vier ansässige Wasserwerke zur Verfügung.

    Der Bau soll 2024 realisiert werden. In Stufen soll die Kapazität dann auf 1GW Wasserstoff erhöht werden.

    Für den Bau der Windräder müssen rund 4 Hektar Wald gerodet werden, die wieder neu aufgeforstet werden. Für die Konstruktion sollen bereits bebaute Flächen weitergenutzt werden, aber auch leerstehende Flächen, auf denen Pinien bereits durch Trockenheit abgestorben sind.

     

    ©UVN

    Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil informiert sich vor Ort.  Bild: NWN

    aha: Mit grünem Wasserstoff in die Zukunft

    aha: Mit grünem Wasserstoff in die Zukunft

    Projekte

    aha: Mit grünem Wasserstoff in die Zukunft

    Am Dienstag übergab Umwelt- und Energieminister Olaf Lies der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) einen Förderbescheid über etwa 2,6 Millionen Euro für ein Projekt zur Wasserstoff-Plasmalyse. Im Rahmen des Projekts soll auf dem Betriebsgelände der aha mithilfe von Bio-Methan, das bei der Abfallbehandlung entsteht, grüner Wasserstoff hergestellt werden. Dieser soll dann in der Fahrzeugflotte von aha eingesetzt werden, die zunehmend auf Wasserstoffantrieb umgestellt wird. In diesem Zusammenhang wurde am 05. Juli auch ein neues Brennstoffzellen-Müllsammelfahrzeug näher vorgestellt.

    Abfallsammel-Fahrzeuge fahren mit sauberem grünem Wasserstoff, der aus mechanisch-biologischer Abfallbehandlung gewonnen wird. Das ist keine Zukunftsvision, denn genau dies ist der Plan der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha): Der komplette Abfallsammelfahrzeug-Fuhrpark soll nach und nach auf brennstoffzellenbetriebene Wasserstofffahrzeuge umgestellt werden. Um langfristig eigene Wasserstofftankstellen an den Fahrzeugstandorten zu versorgen, soll der grüne Wasserstoff auf dem eigenen Betriebsgelände produziert und gespeichert werden.

    „Bei der biologisch-mechanischen Abfallbehandlung entsteht Bio-Methan. Dies kann entweder genutzt oder weiterverarbeitet werden. Hier wird aus Bio-Methan Wasserstoff gewonnen, der brennstoffzellenbetriebene Abfallsammel-Fahrzeuge bewegt. Das bringt die Wasserstoffmobilität voran, die bei Nutzfahrzeugen mit hohem Energiebedarf eine sinnvolle Lösung ist. Das fördern wir als Wasserstoffland Nr.1 sehr gerne. Ich bin überzeugt, dass die Regionspolitik das Projekt für aha freigeben und erfolgreich begleiten wird“, sagt Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, anlässlich der Förderbescheid-Übergabe von zirka 2,6 Millionen Euro an aha.

    Kreislaufansatz zur Produktion von grünem Wasserstoff

    Partner des Projekts, das einen nachhaltigen Kreislaufansatz zur Produktion von grünem Wasserstoff verfolgt, sind der Forschungs- und Entwicklungspartner Graforce GmbH aus Berlin und die Klimaschutzagentur Region Hannover gGmbH. Regionspräsident Steffen Krach betont: „Ziel ist es, den öffentlich-rechtlichen Entsorger langfristig nachhaltig aufzustellen. Die Klimaziele gelingen nur, wenn eine leistungsfähige Klimawirtschaft entwickelt werden kann. Auf dem Weg zur klimaneutralen Region Hannover setzen wir mit diesem Projekt einen mutigen Meilenstein für eine kohlenstofffreie Wirtschaft im Rahmen der Energiewende.“

    Bisher wird auf der Deponie Hannover Methangas in Blockheizwerken verstromt. „Das Methan stammt aus den ausgasenden Abfällen des Deponieberges sowie aus der biologischen Abfallbehandlungsanlage“, sagt Christine Karasch, Regionsrätin und Dezernentin Umwelt, Planung und Bauen. „Durch die Vergärung von Rest- und Bioabfällen wird Methangas gewonnen, das durch die Bio-Methan-Plasmalyse mittels Hochvolttechnik zu Wasserstoff und zu Kohlenstoff umgewandelt wird.“ Im Vergleich zur herkömmlichen Erzeugung von Wasserstoff benötigt die Plasmalyse nur ein Viertel der Energiemenge.

    34,5 Tonnen CO2-Ersparnis pro Jahr

    „Mit dem neuen wasserstoffbetriebenen Müllwagen können täglich 132 Kilogramm CO2 eingespart werden, das sind ca. 34,5 Tonnen im Jahr. Damit setzen wir einen Meilenstein beim Thema Emissionseinsparung“, erklärt aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz. „Denn die EU-Richtlinie zur Beschaffung emissionsarmer Fahrzeuge „Clean vehicle directive“ in Verbindung mit dem „Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz“ legt bis 2025 eine verbindliche Quote für die Neubeschaffung emissionsfreier Fahrzeuge fest. Damit reduziert aha Kohlendioxidemissionen und damit den Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre.“

    aha setzt im Raum Hannover täglich 230 Abfallsammelfahrzeuge ein, die eine Fahrstrecke zwischen 80 und 120 Kilometern zurücklegen und durchschnittlich 55 Liter Diesel je 100 Kilometer verbrauchen. „Im Gegensatz dazu reichen bei den ebenfalls vom Land Niedersachsen geförderten Wasserstofffahrzeugen rund zwölf Kilogramm Wasserstoff für zwei Sammeltouren von jeweils acht Stunden“, sagt Frank Bier, stellvertretender Leiter der Abfall- und Wertstoffsammlung aha. „Mit 10,5 Tonnen Zuladung kann das Fahrzeug ebenso viel Abfall wie ein herkömmliches Müllfahrzeug zuladen.“

    Bildergalerie zur Übergabe des Förderbescheids

    ©UVN

    Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (rechts) übergab am Dienstag den Förderbescheid an Thomas Schwarz von der aha. Bild: NWN