PROJEKTE

HyCAVmobil (Hydrogen Cavern for Mobility) – Untersuchung von Salzkavernen als potenziellen Speicherort für Wasserstoff

Für eine zuverlässige Versorgung mit sauberem Wasserstoff, muss eine ganzheitliche Infrastruktur, wie auch bei fossilen Gasen, aufgebaut werden. Neben dem Netzausbau bzw. -umbau gehört dazu auch die Speicherung des Gases. Wie wir Wasserstoff langfristig und zuverlässig lagern können, wird zunehmend wichtiger für die Sektorenkopplung.

Das Projekt HyCAVmobil der EWE Gasspeicher GmbH und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Institut für vernetzte Energiesysteme beschäftigt sich deshalb mit der nachhaltigen und sicheren Speicherung von 100 Prozent reinem Wasserstoff in Salzkavernen – ein Vorreiterprojekt.

Aktuell dienen Salzkavernen als sichere Langzeitspeicher für Energieträger wie etwa Erdgas oder Erdöl. Im Rahmen der Energiewende wird diese Art der Speicherung nun auch für Wasserstoff in Betracht gezogen. Um Wasserstoff langfristig zu speichern und anschließend im Bereich der Brennstoffzellenmobilität zu nutzen, soll im Projekt HyCAVmobil (Hydrogen Cavern for Mobility) erforscht werden, unter welchen Bedingungen sich auch reiner Wasserstoff in Salzkavernen einlagern lässt. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, wie sich die Ein- und Auslagerung auf die Qualität des Wasserstoffs auswirken.

Nach ersten Untersuchungen im Labormaßstab baut EWE gemeinsam mit seinem niedersächsischen Projektpartner seit Februar 2021 im brandenburgischen Rüdersdorf einen unterirdischen Kavernenspeicher. In einem ersten Schritt wird ein Bohrturm errichtet und der Salzstock in 1.000 Metern Tiefe mit Wasser ausgespült. So entsteht ein Hohlraum von 500 Kubikmetern, in dem künftig bis zu sechs Tonnen Wasserstoff eingelagert werden sollen. Zur Veranschaulichung: Diese Menge reicht, um rund 1.000 Wasserstoff-PKW vollzutanken. Erste Erkenntnisse über die Auswirkungen der Speicherung auf die Qualität werden in der zweiten Jahreshälfte 2022 erwartet. Wenn das Projekt erfolgreich sein sollte, lassen sich die Erkenntnisse dieses Projekts problemlos auf Kavernen mit dem 1.000-fachen Volumen übertragen, so die Verantwortlichen. Das wäre ein wichtiger Schritt hin zur großtechnischen Wasserstoffnutzung.

Das Projekt wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gefördert und erhält einen Förderzuschuss des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Höhe von rund 6 Millionen Euro.

 

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Das Oldenburger Institut für Vernetzte Energiesysteme entwickelt Technologien und Konzepte für die zukünftige Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. Dieser Transformationsprozess wird unter Berücksichtigung der Aspekte „Defossilierung“, „Dezentralisierung“ und „Digitalisierung“ erforscht.

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