Norddeutsche Küstenregion mit Schlüsselrolle für Wasserstoffwirtschaft

Norddeutsche Küstenregion mit Schlüsselrolle für Wasserstoffwirtschaft

Credit DBT Inga HaarQuelle: AfW Cuxhaven
Im politischen Panel „Kooperation statt Konkurrenz“ diskutierten Vertreter*innen der Landespolitik über die Beschleunigung des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft im Norden durch eine intensivere Zusammenarbeit. Von links nach rechts: Uwe Santjer, Joschka Knuth, Jens Kerstan, Olaf Lies, Kai Stührenberg, Marc Itgen. 

Norddeutsche Küstenregion mit Schlüsselrolle für Wasserstoffwirtschaft

Produktion, Speicherung und Import von grünem Wasserstoff konzentriert sich im Norden

Cuxhaven, den 15. November 2023

Über 200 Teilnehmer*innen versammelten sich heute in den Cuxhavener „HAPAG-Hallen“ zur ersten „Norddeutschen Wasserstoffkonferenz“, um sich über die Bedeutung der Küstenländer für den Hochlauf der deutschen Wasserstoffwirtschaft auszutauschen. Im Dialog mit Vertreter*innen der fünf norddeutschen Landesregierungen tauschten sich Vertreter*innen der Energie- und Hafenwirtschaft über die strategisch wichtige Position des Nordens für die Erzeugung grünen Wasserstoffs aus. Darüber hinaus standen die regionale Infrastruktur und Speichermöglichkeiten sowie die Rolle der Seehäfen beim Import grüner Energieträger und Treibstoffe inklusive ihrer Distribution im Fokus. Die Veranstalter waren die Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven, die BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH), Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein, der WAB e.V., das Wasserstoffenergiecluster Mecklenburg-Vorpommern, das WindEnergy Network sowie das Niedersächsische Wasserstoff-Netzwerk.

 „Der Schlüssel für einen erfolgreichen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft liegt an der Küste“, so die Veranstalter, „Hier ist der Grünstrom aus Windparks an Land und auf See heute schon verfügbar, und zwar so viel, dass ein Teil davon nicht in das Stromnetz aufgenommen werden kann. Die Region verfügt außerdem über optimale Konditionen, um Wasserstoff auch für Wochen oder Monate in unterirdischen Salzkavernen zu speichern. In den Seehäfen können grüne Energieträger angelandet werden, um die regionale energieintensive Industrie zu versorgen. Bereits heute stellen die Häfen eine leistungsfähige Versorgung des Hinterlandes bereit“.  Über die besonderen Potenziale der Region wird die Konferenz jährlich an wechselnden Standorten in den beteiligten Bundesländern informieren.

Das Programm wurde von namhaften Sponsoren unterstützt und bot informative Vorträge und Panels. Im politischen Panel „Kooperation statt Konkurrenz“ diskutierten hochkarätige Vertreter*innen der Landespolitik über die Beschleunigung des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft im Norden durch eine intensivere Zusammenarbeit. Die thematischen Panels „Häfen und Importe“, „Offshore-Wind und Wasserstoff“ sowie „Grüner Strom aus der Region für grünen Wasserstoff“ betonten die besondere Rolle Norddeutschlands bei der Energiewende. Im Vorfeld der Konferenz hatten die Konferenzteilnehmer*innen den neu eröffneten Standort der Turneo GmbH als maritimen Wasserstoffhub in Cuxhaven besichtigt.

Veranstaltungsimpressionen

Stimmen von der Norddeutschen Wasserstoffkonferenz

Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Bauen, Verkehr und Digitalisierung

„Die Kooperation der Norddeutschen Länder auf allen Ebenen ist entscheidend für die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft im Norden. Nur gemeinsam können wir die Vorteile des Nordens optimal nutzen. Die Norddeutschen Länder waren mit der gemeinsamen Wasserstoffstrategie im Jahr 2019 Vorreiter der aktuellen Entwicklung. Die Kooperation der Wirtschaftsförderungen und der Wissenschaftler in den norddeutschen Ländern war die Weiterentwicklung unserer Strategie. Auch diese Konferenz wird einen wichtigen Beitrag leisten, um unsere Potenziale zu bündeln und eine nachhaltige Zukunft zu erreichen.“

Jens Kerstan, Senator, Präses der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft der Freien und Hansestadt Hamburg

„Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein, um uns insbesondere in der Industrie und im Verkehrsbereich so schnell wie möglich aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu befreien, unsere ambitionierten Klimaziele zu erreichen und unsere Region zukunftsfähig zu machen. Norddeutschland hat mit großen Mengen an grünem Strom und geeigneten Importhäfen beste Chancen, bei grünem Wasserstoff führend zu werden.“

Joschka Knuth, Staatssekretär im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur, Schleswig-Holstein

„2040 will Schleswig-Holstein erstes klimaneutrales Industrieland sein. Neben Energieeinsparung, Ausbau der Erneuerbaren Energien und Elektrifizierung setzen wir dabei auch auf grünen Wasserstoff. Die Norddeutsche Wasserstoffstrategie ist daher eine wichtige länderübergreifende Plattform für alle Akteure, um an den zentralen Fragestellungen zusammenzuarbeiten.“

Kai Stührenberg, Staatsrat für Häfen bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation, der Freien Hansestadt Bremen

„Aktuell belegen die norddeutschen Bundesländer in Sachen erneuerbarer Energie im bundesdeutschen Vergleich Spitzenplätze und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung. Mit grünem Wasserstoff als Energieträger der Zukunft hat der Norden Deutschlands als Offshore Standort die einmalige Chance, die zentrale Rolle in der Energiewende zu übernehmen. Das Land Bremen nimmt das Thema Wasserstoff bereits sehr ernst und verfolgt über die „Klimaschutzstrategie 2038“ das Ziel der Klimaneutralität durch eine umfassende Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, Mobilität und Wirtschaft. Bremen und Bremerhaven begrüßen die Zusammenarbeit der gesamten Küstenregion. Gemeinsam erschaffen wir eine überregionale Wasserstoffwirtschaft und ermöglichen Norddeutschland die Marktführerschaft in einem ganz neu entstehenden Markt.“

Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern

„Norddeutschland hat ideale Voraussetzungen für den Aufbau einer überregionalen Wasserstoffwirtschaft. Mit unseren Seehäfen für den Import von Wasserstoff, der Verfügbarkeit von Kavernenspeichern und den enormen On- und Offshore Windpotentialen für die Elektrolyse wird hier ein wichtiger Grundstein für grüne Industrie und die zukünftige Versorgungssicherheit Deutschlands gelegt.“

 Über die Veranstalter:

AfW Cuxhaven

Die Agentur für Wirtschaftsförderung der Stadt Cuxhaven initiiert, begleitet und koordiniert Maßnahmen zur Förderung des Wirtschaftsstandortes Cuxhaven. Zu den Schlüsselbranchen zählt vor allem der Sektor der Erneuerbaren Energien. Der Fokus liegt hier vor allem auf dem Bereich der Offshore-Wind-Wasserstoff Industrie und dies maßgeblich als Zukunftsentwicklung am Standort Cuxhaven. Durch seine zentrale Lage zu den Offshore-Windparks hat sich Cuxhaven zu einem der Vorrangstandorte für die Offshore-Industrie – zum sogenannten „Deutschen Offshore-Industrie- Zentrum“ entwickelt. www.afw-cuxhaven.de

BIS

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS ist Dienstleister und Partner für alle Unternehmen, die sich am Standort Bremerhaven engagieren, wachsen wollen, sich umstrukturieren oder neuansiedeln. Die BIS unterstützt unter anderem bei Erweiterungsvorhaben, Förderprojekten und Finanzierungen, Beratung und Begleitung bei der Standortsuche und der Neuansiedlung sowie Infrastrukturentwicklung und -realisierung. Die Themen Offshore-Wind, Sektorenkopplung und Grüner Wasserstoff sind dabei fester Bestandteil des Wissenschaftsstandortes Bremerhaven. www.bis-bremerhaven.de

EEHH

Das Erneuerbare Energien Hamburg-Cluster ist ein Branchennetzwerk aus rund 250 Unternehmen, Hochschulen und Institutionen der Erneuerbare-Energien-Branche sowie der Wasserstoffwirtschaft in der Metropolregion Hamburg. Das Cluster bietet Akteur*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eine gemeinsame Plattform. Inhaltliche Themenbereiche der Clusterarbeit sind On- und Offshore-Wind, Solar, Erneuerbare Wärme, Sektorenkopplung und Grüner Wasserstoff. www.eehh.de

EE.SH

Die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein EE.SH ist eins von sechs strategischen Innovationsclustern des Landes Schleswig-Holstein. Das Team von EE.SH unterstützt die Unternehmen der schleswig-holsteinischen Erneuerbare-Energien-Branche bei der Umsetzung von Innovations- und Transformationsprojekten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung der norddeutschen Wasserstoff-Strategie. www.ee-sh.de

NWN

Das Niedersächsische Wasserstoff-Netzwerk (NWN) ist zentraler Ansprechpartner zum Thema Wasserstoff in Niedersachsen. Das NWN unterstützt und berät die unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Niedersachsen voranzutreiben. www.wasserstoff-niedersachsen.de

WAB

Die WAB mit Sitz in Bremerhaven ist bundesweiter Ansprechpartner für die Offshore-Windindustrie, das Onshore-Netzwerk im Nordwesten und fördert die Produktion von „grünem“ Wasserstoff aus Windstrom. Dem Verein gehören rund 250 kleinere und größere Unternehmen sowie Institute aus allen Bereichen der Windindustrie, der maritimen Industrie sowie der Forschung an. www.wab.net

WECMV

Der Wasserstoffenergiecluster Mecklenburg-Vorpommern bündelt die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, um den Markthochlauf im Bundeland gezielt zu beschleunigen. Gefördert vom Wirtschaftsministerium in Schwerin vernetzt der WECMV alle Akteure der Wertschöpfungskette vom Komponentenhersteller bis zum Endkunden unter Einbeziehung der politischen Entscheidungsträger. www.wecmv.de

WEN

Der WindEnergy Network e.V. (WEN) ist das führende Unternehmensnetzwerk für Windenergie in der Nordost-Region mit aktuell ca. 100 Mitgliedsunternehmen. Das seit 2002 bestehende Netzwerk versteht sich als Plattform der gesamten Wertschöpfungskette der Branche. Thematische Schwerpunkte bilden die Windenergie an Land und auf See, maritime Technologien in Verbindung mit Offshore Wind sowie die Entwicklung von grünem Wasserstoff. www.wind-energy-network.de

Hydrogen brochures

Hydrogen brochures

Press release

The Green Hydrogen Economy: Hydrogen Projects at a Glance

There are already more than 80 projects along the hydrogen value chain in Lower Saxony. The current brochure of the NWN gives an overview of projects in hydrogen production, import, storage and infrastructure, mobility and industry as well as education and research.

The brochure is available in German and in English.

For a successful energy transition, we need clean energy sources. However, many energy-intensive processes, for example in the steel or chemical industries, cannot be electrified. To replace fossil fuels, a far-reaching transformation process must get underway - and hydrogen as a CO2-free alternative plays a crucial role in this. As an area and coastal state, Lower Saxony has optimal conditions for the production of green hydrogen. In this way, Lower Saxony is making a significant contribution to achieving climate neutrality throughout Germany by 2045.

There are already more than 80 projects in Lower Saxony's hydrogen landscape. The map in the brochure shows where regional clusters are forming, whose individual projects can then in turn benefit from each other and continue to grow. In the future, the growing infrastructure will enable the hydrogen start-up network to extend from the Netherlands through Lower Saxony to Denmark. But decentralized projects will also play an increasingly important role in future energy supply and security. More information on projects in the areas of production, import, storage, infrastructure, mobility, industry, as well as education and research can be found in the brochure.

 

 

 

 

 

 

©NWN

HyStarter: Wasserstoffregion Ostfriesland

HyStarter: Wasserstoffregion Ostfriesland

PROJECTS

Quelle: Lisa Ulferts

Zeichnet sich durch ein hohes Angebot an Erneuerbaren Energien aus: Die Küstenregion Ostfriesland

HyStarter: Wasserstoffregion Ostfriesland

Die Küstenregion Ostfriesland im äußersten Nordwesten Niedersachsens setzt sich aus den drei Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund sowie der kreisfreien Stadt Emden zusammen. Die Region erstreckt sich über eine Fläche von 3.142 Quadratkilometern und ist mit seiner Lage an der Küste bereits heute ein Vorreiter der Energiewende. So herrscht in der Region insbesondere durch die Windenergie ein reiches Angebot an erneuerbaren Energien, weshalb auch der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft vor Ort vorangetrieben wird. Hierzu wurde die Initiative H2-Ostfriesland gegründet, die sich im Rahmen des HyLand-Wettbewerbs erfolgreich als HyStarter-Region beworben hat.

"HyStarter“ in Ostfriesland erfolgreich abgeschlossen – Ostfriesisches Wasserstoff-Bündnis setzt Arbeit fort und ist „bereit für die nächste Phase“.

Ende September 2023 wurde das Förderprojekt „HyStarter Ostfriesland“ im Rahmen einer Abschlussveranstaltung erfolgreich abgeschlossen. Ein Jahr lang arbeiteten über 30 regionale Unternehmen, Organisationen, Verwaltungen und politische VertreterInnen an Möglichkeiten, die Wasserstoffwirtschaft in Ostfriesland aufzubauen. So soll Wasserstoff nicht nur nachhaltig vor Ort produziert und gespeichert, sondern auch vielfältig genutzt werden – beispielsweise im Schiffbau. In diesem Kontext entstand ein Fahrplan, der nun durch die Suche nach geeigneten Förderprogrammen für Einzelmaßnahmen weiter umgesetzt werden soll.

Aurichs Landrat Olaf Meinen kommentierte während der Abschlussveranstaltung: „Als sich 2021 der „Runde Tisch Wasserstoff“ gebildet hat, waren sich alle einig, dass die ostfriesische Halbinsel der perfekte Standort für Wasserstoffaktivitäten ist“. Folgerichtig soll auch die Initiative H2-Ostfriesland nach dem Auslaufen der HyStarter-Förderung fortgeführt werden. Mehr erfahren

In der Region mit seinen rund 469.000 Einwohnerinnen und Einwohnern hat sich aus den vier Gebietskörperschaften, der Hochschule Emden/Leer, der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg und der MARIKO GmbH die Initiative H2-Ostfriesland gebildet, um an Lösungen für eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft zu arbeiten. Hierzu will die Initiative dazu beitragen, Wasserstoffprojekte zu initiieren, bei Fragen und Ideen für regionale Akteure zur Verfügung zu stehen und relevante Akteure vernetzen, die sich an der Forschung und Projektarbeit im Bereich des Wasserstoffs beteiligen.

Die geplanten Wasserstoff-Aktivitäten in der Region umfassen aufgrund des hohen Angebots an Windenergie insbesondere die Erzeugung von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse, aber auch die Errichtung von Wasserstoff-Tankstellen sowie die Initiierung und Entwicklung von Wasserstoffprojekten im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation. Zudem soll ein Wasserstoffentwicklungszentrum eingerichtet, ein Wasserstoff-Netzwerk in Ostfriesland aufgebaut und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich des Wasserstoffes mit den Niederlanden etabliert werden.

Source: AdobeStock_192820721

Netzwerk aus starken Partnern

Ziel ist es zudem, Ostfriesland auch überregional als grüne Wasserstoffregion zu positionieren. Hierzu beteiligen sich zahlreiche Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft an der Wasserstoff-Initiative, darunter u.a. B.u.S.
Metallverarbeitungs GmbH, B+ INGENIEUR Gesellschaft mbH, Enercon GmbH, EWE AG, Gebr. Decker GmbH, H2Nord GmbH & Co. KG, SCORE-Tankstellen und Mineralölhandels-GmbH, Spedition Weets GmbH, STORAG ETZEL GmbH, Weser-Ems Busverkehr GmbH (WEB) und viele weitere Unternehmen und Organisationen.

Erfolgreiche Bewerbung als „HyStarter-Wasserstoffregion“

Ostfriesland leistet mit seinen Erzeugungsanlagen für Erneuerbare Energien einen großen Beitrag für die Energiewende. Die Region kann sich darüber hinaus seit 2021 offiziell „HyStarter-Wasserstoffregion“ nennen. Begonnen haben die Planungen für die Wasserstoffregion im Januar 2021, als der Arbeitskreis Ostfrieslandplan den „Runden Tisch Wasserstoff“ ins Leben gerufen hat, der sich aus Vertretern der Landkreise Aurich, Leer, Wittmund, der kreisfreien Stadt Emden, der IHK für Ostfriesland und Papenburg, dem Amt für regionale Landesentwicklung, der Hochschule Emden/Leer und der MARIKO gemeinnützige GmbH aus Leer zusammensetzt. Im April 2021 hat sich die Region Ostfriesland dann im Rahmen des Wettbewerbs HyLand II beworben – und wurde im September 2021 erfolgreich zur HyStarter-Region ernannt. Hierbei wurde die Region ein Jahr lang fachlich und organisatorisch bei der Entwicklung eines regional zugeschnittenen Wasserstoffkonzepts und der Bildung eines Netzwerks für lokale Wasserstoffakteure begleitet, mit einem besonderen Fokus auf Verkehrsanwendungen. HyStarter war ein wichtiger Baustein, um die regionalen Akteurinnen und Akteure zu vernetzen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu bündeln und daraus erste konkrete Projektideen zu entwickeln.

Quelle: Volker Kuhnert

Beim HyStarter Ostfriesland Strategiedialog wurden im April 2023 u.a. Möglichkeiten zum Aufbau der regionalen Wasserstoffwirtschaft diskutiert.

More information and contact:

Weitere Informationen finden Sie bei der Initiative H2-Ostfriesland. Zur Webseite

H2-Ostfriesland

Birte Ricklefs

E-Mail: bricklefs@landkreis-aurich.de
04941 16 8035

Fortschreibung Nationale Wasserstoffstrategie

Fortschreibung Nationale Wasserstoffstrategie

Credit DBT Inga HaarQuelle: © BMBF/Hans-Joachim Rickel

v.l.n.r. Robert Habeck, Bettina Stark-Watzinger und Volker Wissing bei der Vorstellung der Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie. 

Bundeskabinett beschließt Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie

Am 26. Juli 2023 hat das Bundeskabinett die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie beschlossen. Die Bundesregierung will:

 

  • den Markthochlauf beschleunigen mit einer Erhöhung der heimischen Produktion bis 2030 auf 10GW,
  • eine deutsche Wasserstoffinfrastruktur mit dem Wasserstoff-Kernnetz aufbauen,
  • Wasserstoffanwendungen in der Industrie, im Schwerlastverkehr und im Energiesektor etablieren. Auch der Wärmesektor wird nun berücksichtigt mit Verweise auf das Gebäudeenergiegesetz (GEG). 
  • Planungssicherheit durch rechtliche Rahmenbedingungen schaffen, 
  • eine separate Importstrategie verfassen. 

Dr. Alexander Bedrunka, Projektleiter Niedersächsisches Wasserstoff-Netzwerk bei der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen kommentiert: „Es ist sehr erfreulich, dass die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie endlich verabschiedet worden ist. Sie enthält eine Vielzahl an sinnvollen Maßnahmen, die den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft deutlich beschleunigen können. Die Erhöhung der Elektrolyseleistung von 5 auf 10 GW und somit die Stärkung der inländischen Produktion stellt ein positives Signal dar. In diesem Zusammenhang spielt Niedersachsen mit den anderen norddeutschen Bundesländern eine zentrale Rolle.

Da ein Großteil unseres Bedarfs über Importe zu decken ist, muss dringend eine Importstrategie erarbeitet und veröffentlicht werden. Nur so können notwendige Projekte zeitnah in die Umsetzung mit potentiellen Exportländern gehen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wir unseren Wasserstoffbedarf 2030 nicht decken.

Das Wasserstoffkernnetz, das am 12.07.23 vom FNB Gas e.V. als Teil der NWS veröffentlicht wurde, bietet eine gute Grundlage für den Aufbau einer flächendeckenden Transportinfrastruktur. Für die Weiterentwicklung des Wasserstoffkernnetzes muss vor allem geklärt werden, wo Wasserstoffbedarfe künftig in welchen Mengen zu verzeichnen sind und wo geeignete Standorte für systemdienliche Elektrolyseure sein können. Auch Speichermöglichkeiten müssen hier noch stärker berücksichtigt werden. Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern notwendig.“

Dr. Mehrdad Payandeh, Vorsitzender des DGB Niedersachsen und Verbundpartner des NWN: Wir fordern, dass bei der Förderung und Transformationshilfe im Rahmen der Wasserstoffstrategie stets die Einhaltung guter Arbeitsbedingungen gewährleistet wird. Dies ist von großer Bedeutung, um die soziale Verträglichkeit der sozial-ökologischen Transformation sicherzustellen und die Beschäftigten zu Gestalter*innen der Transformation zu machen.

So gilt es, Tarifbindung mit fairen Löhnen durchzusetzen oder zu erhalten und entsprechend öffentliche Aufträge im weiteren Prozess des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft nur an tarifgebundene Unternehmen zu vergeben. Auch Mitbestimmungsstrukturen in den Unternehmen gilt es zu stärken, damit die anstehenden Veränderungen in der Wirtschaft nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer*innen ausgetragen werden oder Unternehmen auf ihre Expertise verzichten.

Die Technologieoffenheit in Bezug auf die verschiedenen Wasserstoffarten ist zu begrüßen. Gleichzeitig müssen wir jedoch eine offene Diskussion über die Anwendung von CCS (Carbon Capture and Storage) führen, um die Auswirkungen auf die Umwelt angemessen zu bewerten.

Abschließend betonen wir die Bedeutung verstärkter Maßnahmen zur Qualifizierung und Weiterbildung der Fachkräfte. Diese Aspekte kommen in der Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie leider zu kurz. Nur durch die gezielte Aus- und Weiterbildung können wir den Fachkräftebedarf in den sich entwickelnden Bereichen der Wasserstofftechnologie decken und den Strukturwandel erfolgreich bewältigen. Es ist von entscheidender Bedeutung, die Beschäftigten aktiv in die Veränderungsprozesse einzubinden und ihnen die notwendigen Fähigkeiten zu vermitteln, um von den Chancen der Wasserstoffwirtschaft zu profitieren. Nur so kann die sozial-ökologische Transformation erfolgreich gelingen.“

Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V. (UVN), Verbundpartner des NWN: „Die Verabschiedung der Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) ist äußerst erfreulich, da sie eine Vielzahl sinnvoller Maßnahmen enthält, die den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft signifikant beschleunigen können und eine Grundlage für die Stärkung Deutschlands als Industrieland und Wirtschaftsstandort sowie für zukunftsfähige Arbeitsplätze schafft. Besonders positiv ist die Erhöhung der Elektrolyseleistung von 5 auf 10 GW, wodurch Niedersachsen in Verbindung mit den anderen norddeutschen Bundesländern eine zentrale Rolle einnehmen wird.“

Weitere Reaktionen aus der Branche:

Christiane Averbeck, Geschäftsführende Vorständin der Klima-Allianz Deutschland und Mitglied des Nationalen Wasserstoffrates

Da Wasserstoff trotz größter Anstrengungen ein weltweit knappes Gut bleiben wird, muss zudem eine klare Priorisierung der Anwendungsbereiche stattfinden – Wasserstoff sollte zum Beispiel nicht in der dezentralen Wärmeversorgung, sondern besser in der Industrie eingesetzt werden!“ (Zur Meldung)

Verena Graichen, stellvertretende BUND-Vorsitzende und Mitglied des Nationalen Wasserstoffrates

„Zwei weitere wichtige Aspekte fehlen in der Strategie bislang komplett: Effizienz und die Reduktion der Energienachfrage.“ (Zur Meldung)

Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE)

„[…] Statt auf heimische Potenziale zur Produktion von grünem Wasserstoff zu setzen, zielt die Bundesregierung mit ihrer Strategie vorrangig auf Importe per Schiff, auch von blauem Wasserstoff. Der ist durch seine Vorkettenemissionen nicht nur viel klimaschädlicher als grüner Wasserstoff, sondern auch teurer, wie kürzlich eine Studie des Wuppertal Instituts gezeigt hat.“ (Zur Meldung)

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung

„[…] Die Bundesregierung muss ihr Ziel von 10 GW heimische Elektrolysekapazität bis 2030 mit mehr konkreten Maßnahmen und Förderprogrammen unterfüttern – sowohl auf Erzeugungs- als auch auf Nachfrageseite.“ (Zur Meldung)

Niedersachsens Wasserstoff-Karte

Niedersachsens Wasserstoff-Karte

Credit DBT Inga HaarQuelle: LGLN

Niedersachsens Wasserstoff-Karte 

Die Wasserstoff-Karte: Niedersachsens Projekte auf einen Blick! Wo entstehen welche Projekte? Was ist in Planung? Was in der Umsetzung?

Auf der Wasserstoff-Karte für Niedersachsen können Sie einsehen, was für Projekte in Ihrer Region bereits bestehen und sich dort ggf. einbringen. Auch erleichtern wir damit das Finden von ähnlichen Projekten, die Kontaktaufnahme sowie den Erfahrungsaustausch mit anderen Projektierern. Darüber hinaus bietet die Karte auch bei potentiellen Ansiedlungen einen besseren Überblick – beispielsweise, wo Leitungen verlaufen werden und wo Wasserstoff-Quellen und -Senken entstehen. Auch viele Forschungsprojekte sind in der Karte verzeichnet.

Hier geht es zur Karte. 

„Niedersachsen hat das Potenzial, zur Drehscheibe für Grünen Wasserstoff zu werden. Um das zu erreichen, müssen wir uns zusammenschließen und die Akteurinnen und Akteure aus Politik, Forschung und Wirtschaft in den Austausch kommen. Die neue interaktive Karte bietet dafür die prägnante Übersicht, die nötig ist“, so Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

Regionalministerin Wiebke Osigus: „Mit dem Relaunch ist eine hervorragende Basis für Infos zu den vielfältigen Wasserstoffaktivitäten in Niedersachsen gelegt. Die Karte bietet nicht nur einen guten Überblick, sondern hat auch großes Potenzial für weitere und noch umfassendere Nutzungen. Das hilft uns beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Niedersachsen.“

Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Niedersachsen ist die Energiedrehscheibe Deutschlands. Wir haben frühzeitig die Bedeutung der Wasserstoffwirtschaft für den Klimaschutz und für die wirtschaftliche Entwicklung Norddeutschlands erkannt. Die Karte zeigt sehr deutlich: Wir sind Vorreiter, wenn es um den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland geht.“

Um alle Informationen auf einen Blick zugänglich zu machen, haben wir den Relaunch der Wasserstoff-Karte vorangetrieben, die das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung bereits 2020 mit dem LGLN Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen ins Leben gerufen hat.

Bei der konstanten Weiterentwicklung der Karte arbeiten NWN und die niedersächsische Landesregierung eng zusammen, um so ein umfassendes Bild der Wasserstoff-Aktivitäten, insbesondere für Industrie und Forschung zu geben.

EU defines renewable hydrogen

EU defines renewable hydrogen

Credit DBT Inga HaarSource: NWN/Rainer Jensen

EU Commission defines renewable hydrogen

Hydrogen is a central component of the energy transformation. For this, it is important that renewable (green) hydrogen is used in the future. The EU Commission has recently published a delegated act that defines theconditions under which electricity may be used for hydrogen production and when the resulting hydrogen is recognizedas "renewable". The delegated act focuses on hydrogen of non-biogenic origin. This means that primarily hydrogen from electrolysis is meant and not from methane pyrolysis.

Renewable hydrogen 

Source: NWN/Daniel George

Larissa El Lahib, business lawyer and project manager on the part of the Lower Saxony Business Associations (UVN) in the NWN, explains the draft:

There are different possibilities when electricity for the production of hydrogen in an electrolyser can be considered renewable. which can be found in Article 3 and Article 4. For example, in the case of electricity from the grid, it is counted as renewable for hydrogen production if the following conditions are met at the electrolyzer:

  • is located in a power bid zone with a RE share of more than 90 percent,
  • or it is located in an electricity bidding zone with an emission intensity of electricity generation of less than 18 g CO2e per MJ / 65 g CO2e per kWh
  • or if the criteria of additionality and the conditions of temporal and spatial correlation are present.

At this means:

  • "Additionality": e.g., a Power Purchase Agreement (PPA) has been entered into for electricity from a RE facility and the electricity is from a RE facility that was commissioned no earlier than 36 months prior to the electrolyzer. In addition, there must be no public subsidy.

There would be a transition period for projects placed in service before January 1, 2028.

  • "temporal correlation": e.g. the RES-E was produced in the same hour as the hydrogen. However, this is not to apply until 2030. Until the end of 2029, the RES-E may be produced in the same month as the hydrogen. In addition, Article 6 must be observed here.
  • "Geographical correlation": e.g., RES-E and hydrogen were basically generated in the same electricity bidding zone (Article 7).

Where do we go from here? The EU Parliament and Council now have two months to consider the two pieces of legislation. They can either be adopted or rejected, but not amended.

 

Assessments from the industry

Source: NWN/Daniel GeorgeDr. Alexander Bedrunka, Technical Officer at KEAN and Project Manager NWN On the meaning of the Delegated Act and the definition: 

We have waited two years for this decision and have thus been on the brakes for two years in terms of transformation. We therefore welcome the fact that the Delegated Act is finally available and thus ensures planning security for companies.

The industry was concerned in advance that the regulations would be too detailed - the EU is meeting this concern with a gradual introduction, in particular the temporal correlation. Nevertheless, there is criticism: From 2028, the regulations would unnecessarily restrict production for electrolysers and increase the costs of domestic hydrogen production.  

Environmental associations are pleased with the decision to link hydrogen production to the expansion of renewable electricity in order to counteract a slowdown in expansion. At the same time, however, they criticize the fact that hydrogen from nuclear power is recognized as renewable in France and Sweden. In principle, the EU rules should also be read here as meaning that the expansion of renewables must be accelerated. 

Even though the current focus is often on America and the Inflation Reduction Act, Europe is considered a pioneer worldwide with this bill. No other country has such a comprehensive set of regulations defining renewable hydrogen.