Wasserstofftrocknung durch Absorption

Wasserstofftrocknung durch Absorption

PROJEKTE

   

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Die Wasserstofftrocknungsanlage von Bilfinger soll die großtechnische Wasserstoffbehandlung ermöglichen.

© Bilfinger

Dezentrale Wasserstofftrocknung durch Absorption

Die Speicherung von grünem Wasserstoff ist ein zentrales Instrument, um die Versorgungssicherheit mit erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Kavernenspeicher können dabei – insbesondere in Niedersachsen – geeignete Speichermöglichkeiten bieten. Um den Wasserstoff jedoch wieder verstromen oder aus den Kavernen ins Leitungsnetz einspeisen zu können, muss dieser zuvor getrocknet werden. Bilfinger entwickelt in diesem Zusammenhang aktuell in Cloppenburg eine Demonstrationsanlage, in welcher der Wasserstoff durch Absorption von Feuchtigkeit befreit wird. Diese sogenannte „Absorptionstrocknung“ wird bereits in großem Maßstab für Erdgas zur Gasspeicherung realisiert – und soll nun auch zur Trocknung großer Mengen Wasserstoffs eingesetzt werden.

Der im Rahmen des Projekts entwickelte Trocknungs-Prozess ermöglicht eine effiziente und großtechnische Wasserstoffbehandlung, die für die Speicherung und anschließende Netzeinspeisung von grünem Wasserstoff essenziell ist. Da die Technologie im Rahmen der Erdgastrocknung bereits erprobt ist, können in der Anlage auch große Mengen Wasserstoff kostengünstig getrocknet werden, welche für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft nötig sind. Nach der Ausspeicherung – zum Beispiel aus Kavernen – wird der Wasserstoff im Rahmen der Absorptionstrocknung mittels einer geeigneten Waschflüssigkeit getrocknet und kann anschließend entweder verstromt oder in das Transportnetz eingespeist werden. Durch die Anlage soll Wasserstoff ähnlich flexibel zur Energieversorgung beitragen können wie Erdgas.  

Das gemeinsame Projekt der Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH und des Instituts für Thermodynamik der Leibniz Universität Hannover wird vom Land Niedersachen gefördert und ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende, wie der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies betont: „Die Umsetzung dieses Projektes ist ein großer Schritt für die Energiewende. Dezentrale Wasserstofftrocknung durch Absorption für Gasspeicher und Netzeinspeisung, ist ein wesentlicher Schritt für die Wasserstoffwirtschaft. Mit dieser Technologie kann der Wasserstoff großtechnisch ökonomisch behandelt werden und das ermöglicht die Integration von Erneuerbaren Energien in unser Energiesystem. So kann der mit Hilfe von Wind- und Solarstrom erzeugte Wasserstoff oder der demnächst in Kavernen gespeicherte Wasserstoff in das Transportnetz eingespeist werden.“

Nach Fertigung bei der Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH im niedersächsischen Cloppenburg erfolgt Anfang 2023 eine Testphase sowie ein Demonstrationsbetrieb in Rüdersdorf in Brandenburg, wo die EWE Gasspeicher GmbH aktuell im Rahmen des Projekts HyCAVmobil eine Salzkaverne als potenziellen Speicherort für Wasserstoff untersucht.

Mehr zu dem Projekt

Projektbeteiligte

Bilfinger ist ein international tätiger Industriedienstleister. Ziel der Konzerntätigkeit ist es, die Effizienz von Anlagen der Prozessindustrie zu steigern, ihre Verfügbarkeit zu sichern, Emissionen zu reduzieren und die Instandhaltungskosten zu senken. Bilfinger bietet dabei Leistungen in verschiedenen Bereichen an; im Consulting, Engineering, in der Fertigung, Montage und Instandhaltung bis hin zu Umwelttechnologien und digitalen Anwendungen.

Die Bilfinger Engineering & Maintenance GmbH ist Teil des internationalen Bilfinger Konzerns und im Industrieservice tätig. Mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planen und überwachen Anlagen in der Prozessindustrie u.a. in den Bereichen Chemie, Petrochemie und Pharma.

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover ist mit rund 30.000 Studierenden Niedersachsens größte Universität. Das Institut für Thermodynamik vertritt die Technische Thermodynamik in der Fakultät für Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover in der Lehre und Forschung.

 

Sieben Wegmarken zum Aufbau einer niedersächsischen Wasserstoffwirtschaft

Sieben Wegmarken zum Aufbau einer niedersächsischen Wasserstoffwirtschaft

News

Sieben Wegmarken zum Aufbau einer niedersächsischen Wasserstoffwirtschaft

Niedersachsen hat beste Voraussetzungen, Wasserstoffland Nummer 1 zu werden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund, Verbundpartner im Niedersächsischen Wasserstoff-Netzwerk, hat nun das Papier „Wasserstoff für eine klimaneutrale niedersächsische Industrie“ für die Reihe „Gerechter Wandel“ vorgelegt. Darin wird dargestellt, welche Rolle Wasserstoff bei der Dekarbonisierung der niedersächsischen Industriesektoren spielen kann und welche industriepolitischen Maßnahmen erforderlich sind, um dieses Ziel zu erreichen.

Felix Fleckenstein, Projektleiter des DGB im Niedersächsischen Wasserstoff-Netzwerk und Autor des Papiers hierzu: „Für eine nachhaltig erfolgreiche und wirtschaftlich selbsttragende Wasserstoffwirtschaft müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Langfristig muss es gelingen, Versorgungssicherheit mit Wasserstoff herzustellen und die Wasserstoffprojekte untereinander zu einem Gesamtsystem zu vernetzen. Dafür braucht es mehr staatliche Planung und Investitionen. Und es muss sichergestellt werden, dass durch Wasserstofftechnologien gute Arbeitsplätze entstehen und gesichert werden. In unserem neuen Papier zeigen wir sieben Handlungsfelder auf, in denen die Landespolitik aktiv werden sollte.“

Das Papier ist Teil der Reihe „Gerechter Wandel“, in dem der Deutsche Gewerkschaftsbund Lösungswege für die großen Herausforderungen unserer Zeit – wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und Globalisierung – skizziert. Das Papier kann hier heruntergeladen werden.

Felix Fleckenstein

Felix Fleckenstein, Projektleiter des DGB im NWN und Autor des Papiers

Green Wilhelmshaven

Green Wilhelmshaven

PROJEKTE

Green Wilhelmshaven

Laut Nationaler Wasserstoffstrategie soll der deutsche Wasserstoffbedarf durch eine Kombination aus Eigenproduktion und dem Import von Wasserstoff aus anderen Ländern gedeckt werden. In dem Projekt Green Wilhelmshaven wird dieser Gedanke aufgegriffen, indem der Import von Wasserstoff mittels Ammoniaks im Großmaßstab ermöglicht wird, gleichzeitig jedoch auch grüner Wasserstoff per Elektrolyse vor Ort produziert wird. Hierdurch werden Kapazitäten aufgebaut, die zusammen 10-20 % des Wasserstoff-Bedarfs ganz Deutschlands im Jahr 2030 decken könnten.

Im Zentrum des Projekts von Uniper steht ein Importterminal für grünes Ammoniak in Wilhelmshaven – inklusive eines sogenannten „Ammoniak-Crackers“, der die Umwandlung von Ammoniak in grünen Wasserstoff und Stickstoff ermöglicht. Grünes Ammoniak kann gut zum Transport von Wasserstoff genutzt werden, da es neben einer hohen Energiedichte auch eine gute Lagerbarkeit besitzt.

Bevor das grüne Ammoniak in Deutschland in Wasserstoff umgewandelt werden kann, muss es im exportierenden Land zunächst jedoch per katalytischer Synthese aus Stickstoff und grünem Wasserstoff hergestellt werden. Anschließend kann es aufgrund der guten Transportfähigkeit z.B. per Schiff nach Wilhelmshaven verschifft und im Ammoniak-Cracker (in der NH3-Spaltanlage) schließlich wieder in grünen Wasserstoff umgewandelt werden. Die Herstellung des Ammoniaks vor dem Transport und die Wiederumwandlung zu Wasserstoff in Deutschland bedeuten jedoch Verluste, die den Gesamtwirkungsgrad reduzieren. Aufgrund der guten Transporteigenschaften kann das grüne Ammoniak aber entscheidend dazu beitragen, die Versorgungssicherheit mit grünem Wasserstoff deutlich zu erhöhen. Die Anlage in Wilhelmshaven soll die erste skalierte Anlage dieser Art in Deutschland werden.

Zusätzlich ist im Projekt „Green Wilhelmshaven“ eine Elektrolyse-Anlage in einer Größenordnung von etwa einem Gigawatt geplant. Der erzeugte grüne Wasserstoff soll insbesondere der Versorgung der lokalen Industrie dienen, kann aber auch ins Netz eingespeist werden. Zusammen mit der Wasserstoff-Produktion im „Ammoniak-Cracker“ können laut Planungen schließlich 300.000 Tonnen Wasserstoff erzeugt werden – was ca. 10-20 % des vorgesehenen Wasserstoff-Bedarfs Deutschlands im Jahr 2030 entspricht.

In dem Projekt „Green Wilhelmshaven“ können zudem infrastrukturelle Vorteile der Region genutzt werden, da mit den Salzkavernen in Etzel oder Krummhörn die großtechnische Speicherung von Wasserstoff möglich ist.

Mehr zu dem Projekt gibt es hier.

Über Uniper

Uniper ist ein internationales Energieunternehmen mit rund 11.500 Mitarbeitenden in mehr als 40 Ländern. Das Unternehmen plant, in der europäischen Stromerzeugung bis 2035 CO2-neutral zu werden. Mit rund 33 Gigawatt installierter Kapazität gehört Uniper zu den größten Stromerzeugern weltweit.

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Wasserstoff für Fach- und Führungskräfte

Wasserstoff für Fach- und Führungskräfte

Qualifizierung

Wasserstoff für Fach- und Führungskräfte

Titel des Angebots: Wasserstoff für Fach- und Führungskräfte

Anbieter: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Leibniz Universität Hannoverund Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES

Art des Abschlusses: Certificate of Advanced Studies (CAS) mit 15 Kreditpunkten (ECTS)

EQF-Level: DQR-7

Kurzbeschreibung:

Das Weiterbildungsprogramm baut auf bestehenden berufsqualifizierenden Abschlüssen und Erfahrungen der Teilnehmenden auf und versetzt sie in die Lage, Wasserstoffprojekte beurteilen, initiieren und steuern zu können. Bei der Weiterbildung wird ein Wasserstoffvorhaben realitätsnah geplant und kalkuliert.

In Teamarbeit sind technische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte zu verknüpfen. So erhalten Sie einen konkreten Einblick, wie Projekte in der Praxis umgesetzt werden. Mit der branchenübergreifenden Zusammenarbeit entsteht ein Netzwerk, von dem Sie über die Weiterbildung hinaus profitieren. Wir vermitteln Ihnen interdisziplinäres Know-how zu Technik, Netzintegration, Genehmigung, Recht und Finanzierung. Sie können Projekte aus verschiedenen Perspektiven in den Blick nehmen und mit allen beteiligten Akteuren kommunizieren.

Zielgruppe:

Die Weiterbildung richtet sich an Mitarbeiter*innen in öffentlichen Einrichtungen und der Verwaltung, die über Wasserstoffprojekte entscheiden oder diese begleiten, sowie an Fach- und Führungskräfte mit Bezug zu Wasserstoffprojekten, z.B. in folgenden Branchen:

  • Konventionelle Energieerzeuger
  • Erneuerbare Energien
  • Automobilindustrie
  • Netzbetreiber (Strom und Gas)
  • Chemieindustrie
  • Verkehrsbetriebe
  • Stadtwerke
  • Stahlindustrie

Umfang in Stunden: 450 (inklusive Selbststudium und Präsenzphase)

Laufzeit: 6 Monate: September 2022 – Februar 2023 (1. Durchgang); März 2023 – September 2023 (2. Durchgang)

Vollzeit / Teilzeit / Berufsbegleitend: Berufsbegleitend

Ort: 6 Präsenzseminare (einmal im Monat, freitags und samstags): Hannover, Oldenburg, Bremerhaven + Onlinetermine (Projektarbeit und Meet ups) + Exkursionen und Firmenbesichtigungen

Kosten: 5.000 EUR (Frühbuchungspreis), 5.400 EUR (Normalpreis)

Öffentlich förderfähig? Durch Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Region Hannover, Stadt Oldenburg

Starttermin / Turnus: 15.-17. September 2022 (Hannover). Insgesamt: 6 Präsenzseminare (einmal im Monat, freitags und samstags): Hannover, Oldenburg, Bremerhaven + Onlinetermine (Projektarbeit und Meetups) + Exkursionen und Firmenbesichtigungen

Weiterführende Informationen 

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Green Hydrogen and Renewable Power-to-X Professional

Green Hydrogen and Renewable Power-to-X Professional

Qualifizierung

Green Hydrogen and Renewable Power-to-X Professional

Anbieter: Renewables Academy (RENAC) AG

Art des Abschlusses: Renewables Academy Online Zertifikat

Kurzbeschreibung: Das englischsprachige Online-Programm „Green Hydrogen and Renewable Power-to-X Professional (PtX)“ behandelt wichtige technische und wirtschaftliche Aspekte von PtX-Anwendungen wie Wasserstoff, Wärmepumpentechnologie und E-Mobilität. Der aktuelle wirtschaftliche Kontext von Power-to-X wird erläutert. Die Teilnehmer erfahren Details zu Energiespeicherung und künstlicher Intelligenz im Energiesektor. Sie verstehen die Risikoperspektive der Projektfinanzierung und welche Parameter zur Beurteilung der Bankability von Energieprojekten herangezogen werden. Drei Hausaufgaben zu Wasserstoffprojekten (Projektdatenblatt / Lieferkette / Produktionskosten von grünem Wasserstoff) sind Teil des Programms. Einzelheiten des Lehrplans werden in einer PDF-Broschüre erläutert (siehe Link).

Das gesamte Lehrmaterial und die Kommunikation im Rahmen des Programms erfolgt in englischer Sprache. Ein Glossar mit wichtigen Fachbegriffen hilft den Teilnehmern und Teilnehmerinnen bei der internationalen Kommunikation.

Prüfungsrelevante Pflichtkurse sind: Power-to-X (PtX): Applications and Cost Developments; Energy Storage: Application and Technology; Heat Pumps for Heating and Cooling: Technology and Applications; Introduction to Hydrogen; E-mobility for Private Transport and Charging Infrastructure: An Introduction; Co-benefits of Artificial Intelligence (AI) in Renewable Energy; Methodology of Project Valuation; Renewable Energy Project Finance.

Optionale Wahlkurse sind: Introduction to Electricity; Introduction to the Solar Resource; Planning of Large-scale Grid-connected PV Systems; Introduction to Wind Resource: Wind Power Planning and Measurement.

Die RENAC begleitet die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in einem Forum für Fragen/Antworten.

Das Online-Material besteht aus Texten, Selbsttestfragen, Lehrvideos, virtuellen Klassenzimmern und einem Excel-Tool zur Berechnung der Wasserstoffproduktionskosten.

Das PDF-Zertifikat erhalten die Personen, die eine 120-minütige Online-Prüfung mit 90 Fragen erfolgreich absolvieren. 3 Hausaufgaben gehen in die Endnote ein.

Zielgruppe: Der Kurs ist geeignet für Personen, die

  • einen Karrierewechsel in den Bereich der erneuerbaren Power-to-X (PtX) anstreben sowie die
  • Marktchancen von grünem Wasserstoff für Power-to-X (PtX)-Anwendungen identifizieren und wirtschaftlich bewerten,
  • den Rahmen für Power-to-X (PtX)-Anwendungen definieren und
  • sich in einem Bewertungsprozess für grüne Wasserstoffprojekte mit Interessengruppen engagieren wollen. 

Umfang in Stunden: 120 Stunden für die 8 prüfungsrelevanten Pflichtkurse plus weitere 50 Stunden, wenn optionale Kurse belegt werden.

Laufzeit: 6 Monate (April-September oder Oktober-März)

Vollzeit / Teilzeit / Berufsbegleitend: Berufsbegleitend

Ort: Remote

Akkreditierung / Zertifizierung? Zertifikat der Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) voraussichtlich ab Oktober 2022 verfügbar.

Kosten: Gesamtpreis €1.550,- plus gesetzlicher Mehrwertsteuer

Öffentlich förderfähig? Nein

Starttermin / Turnus:Jeweils zum 1. April und zum 1. Oktober

Weiterführende Informationen 

„Grüner Wasserstoff und sein Einsatz in PtX-Anwendungen werden die Dekarbonisierung der Stromversorgung, der Wärme- und Kälteversorgung, der Schlüsselindustrien und des Transportwesens entscheidend vorantreiben. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften in diesem Bereich wächst rasant, und unser neues, qualitativ hochwertige Programm ist der beste Weg für die berufliche Weiterentwicklung in den Bereichen grüner Wasserstoff, Power-to-X und die damit verbundenen Technologien.“

Berthold Breid, Geschäftsführer RENAC - The Renewables Academy AG

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