Ohne Fachkräfte schaffen wir keine Energiewende!

Ohne Fachkräfte schaffen wir keine Energiewende!

Im Gespräch mit Dr. Ruggero Capperucci

Lis Blume (NWN) und Dr. Ruggero Capperucci (Universität Oldenburg) beim Interview in Oldenburg. ©NWN

Ohne Fachkräfte schaffen wir keine Energiewende

Für den erfolgreichen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft bedarf es einer umfassenden Aus- und Weiterbildung in vielen Sektoren. Denn mit der Umstellung auf Wasserstoff-Technologien gehen zahlreiche Veränderungen in Produktionsprozessen, in der Energie- oder auch der Fahrzeugnutzung einher. Das NWN fasst daher ab sofort aktuelle Qualifizierungsangebote zusammen und gibt einen Überblick über die wichtigsten Angebote in Niedersachsen.

Lis Blume, verantwortlich für die Kommunikation des NWN, hat sich deshalb mit Dr. Ruggero Capperucci unterhalten, Ansprechpartner für die Fortbildung „Wasserstoff für Fach- und Führungskräfte“ der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Leibniz Universität Hannover und Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES.

 „Bis 2030 brauchen wir 70.000 Wasserstoffspezialisten in Deutschland.“

 

 

Herr Capperucci, sind unsere Fachkräfte auf die Energiewende gut vorbereitet?

RC: Liebe Frau Blume, ich muss Ihnen leider eine klare Antwort geben: Nein. In Deutschland herrscht derzeit ein gravierender Mangel an Wasserstoffspezialisten. Eine Schätzung des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbandes (DWV) geht davon aus, dass bis zum Jahr 2030 70.000 neue Fachkräfte für den Wasserstoffkreislauf ausgebildet werden müssen – und das, bevor die letzten internationalen Ereignisse der Energieunabhängigkeit und der grünen Wende auf nationaler und EU-Ebene einen entscheidenden Impuls verliehen haben.

 

Wasserstoff als wichtiger Baustein in der Energieversorgung war in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder ein Thema, angefangen in den Achtzigern. Das Thema an sich ist nicht neu – warum fehlt trotzdem die Expertise beim Umgang mit dem Gas?

RC: Grüner Wasserstoff wird in den nächsten zehn Jahren in verschiedenen Sektoren sein Marktpotenzial entfalten. Die Technologie zur Nutzung von Wasserstoff für Energiezwecke ist seit Jahrzehnten gut bekannt. Dennoch erfordert ihre großflächige Anwendung ein Umdenken und eine Anpassung des gesamten Wirtschafts- und Industriesystems auf verschiedenen Ebenen. Die Energiewende mit Wasserstoff als zentraler „Brücke“ für die Kopplung verschiedener Sektoren bringt eine Vielzahl von technologischen, aber auch juristischen, ökonomischen, betrieblichen Herausforderungen mit sich. Nicht zuletzt sind auch Politik und Verwaltung gefordert, den Umbau in die Wege zu leiten und zu diesem zu begleiten.

 

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©Aleksey-Stemmer

 

„Für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft werden kompetente Fach- und  Führungskräfte in allen Bereichen entlang der Wertschöpfungsketten, sowie in Politik     und Verwaltung benötigt.“

 

 

Wir sprechen immer über die Facharbeiter und Verantwortliche in den Unternehmen. Sie bringen jetzt auch noch die Verwaltung ins Spiel – welche Rolle spielt sie beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft?

RC: Es gibt zurzeit einen starken politischen Willen für den Umbau der Industrie und zahlreiche Investitionen in Modellprojekte. Für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft werden kompetente Fach- und Führungskräfte in allen Bereichen entlang der Wertschöpfungsketten, sowie in Politik und Verwaltung benötigt. Hinzu kommt, dass Projekte der Wasserstoffwirtschaft komplex, interdisziplinär und innovativ sind. Ein dezidiertes Weiterbildungsprogramm kann die Lernkurve verkürzen und die Kosten von Fehlern reduzieren.

Können Sie das konkretisieren?

RC: Lassen Sie mich ein paar Beispiele nennen: Für den Einsatz von Wasserstofffahrzeugen in der Fahrzeugflotte muss auch eine eigene Logistik bereitgestellt werden die Entscheidung für ein System legt ein Unternehmen auf Jahre hin fest und zieht zahlreiche Folgeentscheidungen nach sich. Mitarbeiter von Banken oder Versicherungen müssen in der Lage sein, die technischen Dimensionen eines Wasserstoffprojektes einzuschätzen, um dessen Machbarkeit und Finanzierbarkeit zu beurteilen. Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen müssen Anträge für neue wasserstoffbezogene Anlagen und Einrichtungen prüfen und die  Wirtschaftsförderungen müssen erkennen, welche Chancen und auch Herausforderungen die Wasserstoffwirtschaft für ihre Region bietet. All diese Personen benötigen eine kontinuierliche, umfassende und aktuelle Fort- und Weiterbildung.

Olaf Lies, Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz in Niedersachsen (Mitte), setzt sich für den schnellen Aufbau der Wasserstoffwirtschaft ein. Dafür hat er u.a. eine Förderrichtlinie auf den Weg gebracht, mit der Firmen wie aha in Hannover unterstützt werden bei der Umstellung auf nachhaltige Energien.  ©NWN

Welche Qualifikationen brauchen Fachkräfte im Umgang mit erneuerbaren Energien, aber vor allem mit Wasserstoff?

RC: Dies hängt von der Branche ab, in der sie tätig sind: Doch allgemein gilt, zusätzlich zu der schon vorhandenen Qualifikation benötigt jede Fachkraft, die sich mit erneuerbaren Energien und vor allem mit Wasserstoff befassen will das nötige Fachwissen. Darüber hinaus sollte sie in der Lage sein, Projekte der erneuerbaren Energien und auch der  Wasserstoffwirtschaft aus verschiedenen Perspektiven in den Blick zu nehmen, diese möglichst zu verstehen und mit verschiedenen Akteuren/Gewerken dieser Bereiche zu kommunizieren. 

 

Welche Fachkräfte nehmen denn beispielsweise an der Weiterbildung der Universität Oldenburg teil?

RC: Unter unseren TeilnehmerInnen befinden sich Fachleute mit den unterschiedlichsten Hintergründen: IngenieurInnen, die sich spezifisches Know-how über Wasserstofftechnologien aneignen wollen, BankmitarbeiterInnen, die sich mit spezifischen wirtschaftlichen Fragen zu Zeitplänen und Preistreibern für Wasserstoff befassen wollen, und so weiter. Wichtig ist jedoch, dass diese Fachleute aufgefordert werden, gemeinsam ein virtuelles Wasserstoffprojekt zu entwickeln, das all diese Aspekte umfasst, so dass jeder nicht nur seine eigene Disziplin einbringen kann, sondern auch lernt, mit den Augen des anderen zu sehen und sich ein vollständiges Bild des gesamten Projektprozesses zu machen.

 

Die Weiterbildung wird in einer Kombination aus Präsenz- und Onlineterminen, sowie Exkursionen angeboten. ©AdobeStock

„Führungskräfte müssen das  „Ökosystem“ der Wasserstoffwirtschaft verstehen.“

 

Jetzt haben wir über Fachkräfte gesprochen. In welchen Bereichen müssen sich Führungskräfte fortbilden, um am Ball zu bleiben?

RC: Führungskräfte müssen entscheiden, ob und wie die Wasserstoffwirtschaft für ihr Unternehmen oder ihren Bereich von Bedeutung sind und ggf. ein Geschäftsfeld aufbauen. Durch den dezentralen Charakter der erneuerbaren Energien bieten sich für viele Unternehmen Möglichkeiten, deren Führungskräfte das „Ökosystem“ der Wasserstoffwirtschaft verstehen müssen. Hierfür braucht es neben einem grundlegenden technischen Verständnis auch das Wissen um die Komponenten, die Dimensionen, die Akteure und die politischen Dimensionen von Wasserstoffprojekten, wie auch der Wasserstoffwirtschaft. Außerdem müssen sie mögliche Geschäftsmodelle einschätzen können und wissen, welche Kompetenzen und Personen sie für ein Wasserstoffprojekt benötigen.

Ihre Einschätzung: Werden wir ganz neue Ausbildungsberufe sehen, oder muss das Thema Wasserstoff in bestehende Ausbildungen integriert werden?

RC: Kurzfristig muss der dringende Bedarf an Fachkräften mit eigenen neuen Kursen und Programmen, wie dem unseren, gedeckt werden. Wir zielen darauf ab, in sechs Monaten mit einer hochwertigen akademischen Weiterbildung, die einen starker Praxisorientierung hat, das nötige Fach- und Überblickswissen wie auch die verschieden Perspektiven und eine eigenständige Orientierungsfähigkeit in der Wasserstoffwirtschaft zu vermitteln. Mittelfristig wird das Thema Wasserstoff m.E. mehr und mehr in den normalen Ausbildungskanon eingehen. Doch auch in dieser Phase sehe ich für unser Programm der Weiterbildung von Fach- und Führungskräften der Wasserstoffwirtschaft gut Perspektiven.

Wasserstoff für Fach- und Führungskräfte

Das Weiterbildungsprogramm der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Leibniz Universität Hannover und dem Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES baut auf bestehenden berufsqualifizierenden Abschlüssen und Erfahrungen der Teilnehmenden auf und versetzt sie in die Lage, Wasserstoffprojekte beurteilen, initiieren und steuern zu können. Bei der Weiterbildung wird ein Wasserstoffvorhaben realitätsnah geplant und kalkuliert.

Qualifizierungsangebote im Wasserstoffsektor

Für den erfolgreichen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft bedarf es einer umfassenden Aus- und Weiterbildung in vielen Sektoren. Das NWN fasst hier die aktuellen Angebote zusammen und gibt einen Überblick der relevanten Qualifizierungen in Niedersachsen.

 

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Wasserstoffspeicher in Krummhörn

Wasserstoffspeicher in Krummhörn

PROJEKTE

   

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Im Namen von Uniper Energy Storage nahmen Frank Holschumacher (Prokurist/Vice President Operational Performance Storages) (Mitte) und Johann Westerbuhr (Leiter Asset Group North) (rechts) den Förderbescheid von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (links) entgegen. ©Uniper / Andreas Burmann

WASSERSTOFFSPEICHER IN KRUMMHÖRN

Die Speicherung von Wasserstoff ist enorm wichtig für eine konstante Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. Hierzu untersucht Uniper die Konstruktion und den Betrieb einer neuen Salzkaverne zur unterirdischen Speicherung von Wasserstoff in Krummhörn. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat am Freitag, den 22. Juli 2022 einen Förderbescheid in Höhe von 2,375 Millionen Euro für das von Uniper geplante Wasserstoff-Pilotprojekt am Standort des Erdgasspeichers Krummhörn übergeben.

Anders als Strom kann Wasserstoff langfristig gespeichert, und später als Gas weitergenutzt, oder wieder in Strom zurückgewandelt werden. So können wir künftig Angebots- und Nachfrageschwankungen ausgleichen. Doch die bestehenden Speicher sind auf Erdgas bzw. Öl ausgelegt und müssen für die Verwendung von Wasserstoff umgerüstet werden.

Uniper setzt bei diesem Projekt auf die Erschließung neuer Speicher und untersucht, wie diese aufgebaut und betrieben werden können. Der Speicher in Krummhörn wird einer der ersten seiner Art sein und soll bis 2024 in Betrieb gehen. Uniper wird in das grüne Zukunftsprojekt mit einem Speichervolumen von bis zu 250.000 Kubikmeter Wasserstoff rund 10 Millionen Euro investieren.

Olaf Lies, Niedersächsischer Umwelt- und Energieminister

„Klimakrise und Krieg gegen die Ukraine zwingen uns, die Energiewende mit Höchstgeschwindigkeit voranzutreiben. Längst ist dabei klar, dass die Energiewende nicht allein mit Elektronen gelingen kann. Wasserstoff wird zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende sein. Diesen brauchen wir, damit wir unabhängig von fossilen Energieträgern werden und unsere Energiewirtschaft sowie Industrie dekarbonisieren können. Vorteil des Wasserstoffs ist, dass er gespeichert werden kann. Damit er diesen Vorteil auch entfaltet, brauchen wir Speicher bis hin zu Kavernenspeichern. Es freut mich, dass Uniper hier in Niedersachsen auf Kavernenspeicher für Wasserstoff setzen will. Den Weg dahin unterstützen wir gerne. Es ist in unser aller Interesse, dass wir ihn zügig gehen.“

 

Doug Waters, Managing Director von Uniper Energy Storage

„Wir freuen uns über die Förderzusage des Landes Niedersachsen. Wir sammeln mit dem Pilotprojekt die Erfahrungswerte, die wir in einer Welt ohne fossile Energieträger dringend benötigen: nämlich, wie wir die Speicherfähigkeit von grünem Strom in einer CO2-freien Zukunft realisieren können.“

Umbau und Probebetrieb

Uniper Energy Storage wird die Konstruktion und den Betrieb einer neuen, speziell für die Speicherung von Wasserstoff errichteten Salzkaverne im Großmaßstab erproben – und zwar an dem seit 2017 nicht mehr kommerziell genutzten Erdgasspeicher im norddeutschen Krummhörn. Dazu wird eine neue Pilot-Kaverne unter Verwendung einer bestehenden Bohrung sol-technisch erstellt. Während des Probebetriebs sollen Equipment und Werkstoffe auf Wasserstoff-Verträglichkeit untersucht sowie Erfahrungen bei der Speicherung von ausschließlich grünem Wasserstoff in einer Salzkaverne und dessen Anlieferung und Weiternutzung gesammelt werden.

Geographische Vorteile

In Ergänzung zu dem nahegelegenen Uniper Standort Wilhelmshaven mit dem Projekt „Green Wilhelmshaven“ bietet Krummhörn aufgrund seiner geographischen Lage nahe der windreichen Nordsee und der seit Jahrzehnten bestehenden energietechnischen Anbindung an das Gas- und Stromnetz ideale Voraussetzungen als Energie-Standort und stärkt damit die Bedeutung der Region und Niedersachsens als Energiedrehscheibe in Mitteleuropa.

In direkter Nachbarschaft findet sich auf dem Betriebsgelände idealerweise das ebenfalls durch das Land Niedersachsen geförderte Wasserstoff-Pilotprojekt „KRUH2“ der Open Grid Europe GmbH (OGE). Hier geht es darum, wie grüner Wasserstoff per Elektrolyseur vor Ort erzeugt und in kleinen Mengen gespeichert werden kann, um den Eigenbedarf einer Betriebsstelle an Wärme, Mobilität und Strom zu decken.

©Uniper

In Krummhörn untersucht Uniper die Konstruktion und den Betrieb eines unterirdischen Wasserstoffspeichers. ©Uniper

Über Uniper

Uniper ist ein internationales Energieunternehmen mit rund 11.500 Mitarbeitenden in mehr als 40 Ländern. Das Unternehmen plant, in der europäischen Stromerzeugung bis 2035 CO2-neutral zu werden. Mit rund 33 Gigawatt installierter Kapazität gehört Uniper zu den größten Stromerzeugern weltweit.

Über Uniper Energy Storage

Innerhalb des Uniper Konzerns werden alle Kompetenzen zur Untergrund-Gasspeicherung europaweit in der Uniper Energy Storage gebündelt. Uniper Energy Storage betreibt Erdgasspeicher in Deutschland, Österreich und Großbritannien mit einer Arbeitsgaskapazität von über 7,5 Milliarden Kubikmeter und leistet so einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungssicherheit.

Stellenausschreibung: Wirtschaftsingenieur/-in o.ä. Fachrichtungen

Stellenausschreibung: Wirtschaftsingenieur/-in o.ä. Fachrichtungen

Pressemitteilung

Stellenausschreibung: Wirtschaftsingenieur/-in o.ä. Fachrichtungen 

Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH sucht zur Verstärkung ihres Teams „Niedersächsisches Wasserstoff-Netzwerk“ zum nächstmöglichen Termin eine engagierte Mitarbeiterin (m,w,d) als Wirtschaftsingenieur/-in o.ä. Fachrichtungen.

Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH (KEAN) ist eine Einrichtung des Landes Niedersachsen und hat die Aufgabe, den Klimaschutz und die Energiewende in Niedersachsen weiter voranzutreiben. Das Niedersächsische Wasserstoff-Netzwerk ist ein vom Land Niedersachsen gefördertes Projekt innerhalb der KEAN mit dem Ziel, die niedersächsischen Akteure beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft zu unterstützen.

Wenn Sie sich in einem netten Team für eine klimafreundliche und zukunftsweisende Wirtschaft engagieren wollen und über einen ausgeprägten technischen Sachverstand hinaus auch ein kommunikatives Talent haben, dann sollten Sie sich bewerben.

Qualifikation

  • Abgeschlossenes Studium mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsingenieurwesen oder vergleichbarer Abschluss.
  • Möglichst mehrjährige Berufserfahrung im Bereich der nachhaltigen Energiewirtschaft.
  • Kenntnisse im Bereich der Wasserstoffwirtschaft sind von Vorteil.
  • Erfahrungen in der Konzeption und Organisation von Fachveranstaltungen.
  • Entscheidungsfreude, diplomatisches und kommunikatives Geschick.
  • Sicheres und verbindliches Auftreten.
  • Eigenverantwortliches Arbeiten, ausgeprägte Kommunikations- und Teamfähigkeiten, Freude am wissenschaftlichen Schreiben

Aufgabenbeschreibung

  • Ansprache von Entscheidungsträgern in Wirtschaft, Politik, regionalen Netzwerken und Initiativen, Verwaltung und Verbänden mit dem Ziel, diese für die Bedeutung der grünen Wasserstofftechnologie und deren Rolle für den Klimaschutz und die Dekarbonisierung der Wirtschaft zu sensibilisieren sowie zur Entwicklung und Umsetzung marktreifer Lösungen zu motivieren.
  • Koordination und Förderung des gegenseitigen Austausches zwischen den Akteuren, Wissensträgern und Interessensvertretungen.
  • Vertreten von Landesinteressen in regionalen und länderübergreifenden Arbeitskreisen und Gremien in enger Abstimmung mit den Fachministerien.
  • Identifizieren, Initiieren, (Weiter-)Entwickeln und Begleiten von übertragbaren oder skalierbaren Wasserstoffprojekten, insbesondere aus dem Industrie- und Verkehrssektor.
  • Analyse der Entwicklungsperspektiven und Unterstützungsbedarfe von Wasserstoffprojekten insbesondere auch mit Blick auf den regulatorischen Rahmen einschließlich Planungs- und Genehmigungsrecht.
  • Unterstützung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, u.a. durch Verfassen von Texten (Newsletter, Publikationen, Präsentationen und Pressemitteilungen) mit Fokus auf die technischen Aspekte der Wasserstoffwirtschaft.
  • Aufbereitung von komplexen, technischen Projektinformationen für eine breitere Öffentlichkeit.
  • Konzeption und Umsetzung von Netzwerkveranstaltungen, Fachveranstaltungen, Arbeitskreisen.

Vergütung

Auf das privatrechtliche Arbeitsverhältnis entfaltet der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) keine Bindungswirkung, wird aber weitgehend analog angewendet. Die Vergütung ist je nach den persönlichen Voraussetzungen und den noch festzulegenden konkreten Anforderungen des Arbeitsplatzes bis zur dort festgelegten Entgeltgruppe 14 möglich.

Befristung

Die Stelle ist zunächst befristet bis zum 31.03.2026. Eine Einstellung in Teilzeit ist möglich.

 

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen zur Qualifikation reichen Sie bitte ein bis zum 31.08.2022 bei:

Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH
Herrn Lothar Nolte
Osterstr. 60
30159 Hannover

oder per Email an: bewerbung@klimaschutz-niedersachsen.de

 

Fahrtkosten zu einem Bewerbungsgespräch können nicht erstattet werden.

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Steyerberg will zentraler Energieproduzent werden

Steyerberg will zentraler Energieproduzent werden

Projekte

Steyerberg will zentraler Standort für erneuerbare Energien werden

Mit nur rund 5000 Einwohnern will Flecken Steyerberg im Kreis Nienburg zentraler Energiestandort in Niedersachsen werden. Auf einem ehemaligen Militärgelände soll im Projekt „H2art of Lower Saxony“ mit dem Ökostrom aus 12 Windrädern grüner Wasserstoff im industriellen Maßstab hergestellt werden.  

Auf seiner Sommerreise besuchte der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil am Dienstag, den 05. Juli Steyerberg im Kreis Nienburg. Dort soll auf dem 1.100 Hektar großen, ehemaligen NATO-Waldgelände ein Windpark der Firma WestWind Energy mit 12 Windrädern entstehen, die jährlich bis zu 180 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen können. Der Strom soll die Grundlast für einen Elektrolyseur sichern, könne aber auch ins Netz eingespeist werden, so die Organisatoren. Zusätzlicher Strombedarf kann durch die direkte Anbindung an die 380 kV Nord-Süd-Stromtrasse gesichert werden, die den Offshore-Strom in den Süden transportiert.

„Wir haben hier den idealen Dreiklang aus Windenergie, Biogasanlage und die Anbindung an die Nord-Süd-Stromautobahn. Dazu kommt die günstige Nähe zum künftigen Wasserstoffstartnetz, wie es im Netzentwicklungsplan Gas geplant wird“, erklärt Christian Alvermann von der kommunalen Wirtschaftsförderung“.

Der Wasserstoff soll lokal eingesetzt werden. Die ortsansässige Chemieanlage Oxxynova plant synthetische Kraftstoffe zu produzieren und bisher nicht verwertbare Kunststoffabfälle zu recyclen. Darüber hinaus können Wasserstofftankstellen in den Landkreisen Nienburg, Diepholz und Schaumburg beliefert werden, sowie eine geplante Wasserstofftankstelle für Binnenschiffe an der Weser. Auf dem Gelände selbst soll auch ein Wasserstoffspeicher eingerichtet werden.  Den Wasserbedarf hierzu stellen vier ansässige Wasserwerke zur Verfügung.

Der Bau soll 2024 realisiert werden. In Stufen soll die Kapazität dann auf 1GW Wasserstoff erhöht werden.

Für den Bau der Windräder müssen rund 4 Hektar Wald gerodet werden, die wieder neu aufgeforstet werden. Für die Konstruktion sollen bereits bebaute Flächen weitergenutzt werden, aber auch leerstehende Flächen, auf denen Pinien bereits durch Trockenheit abgestorben sind.

 

©UVN

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil informiert sich vor Ort.  Bild: NWN

Stellenausschreibung: Wirtschaftsingenieur/-in o.ä. Fachrichtungen

„fyuriant“-Truck von Clean Logistics

Pressemitteilung

Vom Diesel-LKW zum Zero-Emission-Truck – Clean Logistics SE setzt auf Brennstoffzellenantrieb

Die Clean Logistics SE hat am 23. Juni 2022 auf dem Flugplatz Stade ihren ersten wasserstoffbetriebenen Zero-Emission-Truck der Öffentlichkeit präsentiert.

Bereits im Sommer 2021 hat das Unternehmen mit pyuron den ersten konvertierten Bus mit Brennstoffzellen-Wasserstoff-Antrieb im ÖPNV in Europa an die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft übergeben. Dabei wurde der gewöhnliche Dieselantrieb des Busses gegen einen emissionsfreien Antrieb auf Wasserstoffbasis getauscht. Dies ist auch ab sofort bei schweren Sattelzugmaschinen von 40 Tonnen möglich.

 

Die Lkw verfügen über zukunftsweisende Technologie. Der erste fyuriant ist unter anderem mit zwei Wasserstoff-Brennstoffzellen mit 2×120 kW Leistung sowie Wasserstofftanks mit einem Volumen von 43 kg ausgestattet. Das ermöglicht eine ausreichend hohe Reichweite von über 400 km und kurze Betankungszeiten von unter 15 Minuten. Die mit Radnabenmotoren ausgestattete Hinterachse hat einen Drehmoment von maximal 17.000 Nm, die dem Truck in jeder Fahrsituation die entsprechende Kraft verleiht. Das selbstentwickelte intelligente Steuerungssystem von Clean Logistics ermöglicht eine effiziente Steuerung des Gesamtsystems in jeder Fahrsituation. So wird beispielsweise die zurückgewonnene Energie beim Bremsvorgang in einer Batterie zwischengespeichert und für den nächsten Beschleunigungsvorgang wieder bereitgestellt. Clean Logistics verzeichnet bereits heute eine sehr hohe Nachfrage nach ihren Trucks und Bussen. Das Unternehmen baut in Winsen (Luhe) seine Kapazitäten derzeit massiv aus. Mit der neuen Produktionshalle mit einer Nutzfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern wird Clean Logistics in der Lage sein, die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge ab Ende 2023 jährlich auf bis zu 450 zu steigern.

 

Dirk Graszt, CEO von Clean Logistics: „Wir freuen uns sehr, heute unseren fyuriant präsentieren zu können. Der Truck ist ein wichtiger Meilenstein, um den Verkehrssektor in Deutschland und Europa zu dekarbonisieren. Mit unseren Trucks und Bussen treffen wir auf hohe Resonanz in der Branche. Denn wir sind in der Lage, schon heute dem Markt emissionsfreie Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Dank des Umbaus klassischer Dieselfahrzeuge zu emissionsfreien Wasserstofffahrzeugen geschieht dies auch noch sehr ressourcenschonend. So werden wir den Wandel der Mobilität in eine nachhaltige Zukunft zügig vorantreiben.“

Das Projekt wird im Rahmen der Umsetzung der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung (MKS) mit insgesamt rund 3,3 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Fördermaßnahme wird von der NOW GmbH koordiniert. „Wir danken an dieser Stelle dem BMDV für die Unterstützung – ohne die Förderung wäre die Prototypen-Entwicklung, die den Grundstein für unser weiteres Wachstum darstellt, nicht möglich gewesen“, betont Dirk Graszt.

 

Im Rahmen der fyuriant-Weltpremiere, mit seiner außergewöhnlichen optischen Gestaltung, präsentierte Clean Logistics zudem ihre neue Corporate Identity. Mit dieser visuellen Neuausrichtung gehen unter anderem ein neues Corporate Design, ein überarbeiteter Webauftritt sowie ein neues Unternehmenslogo einher. Clean Logistics unterstreicht damit ihre Positionierung als visionäres und nachhaltiges Unternehmen mit dem Anspruch, den Schwerlastverkehr in eine emissionsfreie Zukunft zu führen. „Durch die Schärfung des Purpose und der Vision von Clean Logistics wird die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens unterstrichen. Dies ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung der gesamten Clean Logistics Gruppe“, so Tom George, COO von Clean Logistics.

 

Über Clean Logistics

Die börsennotierte Clean Logistics SE (ISIN DE000A1YDAZ7) ist Enabler und Technologieführer der Mobilitätswende von Nutzfahrzeugen. Als Produzent von Zero-Emission-Trucks und -Bussen führt das Unternehmen mit Sitz in Hamburg seine Kunden aus Transport, Logistik und Schwerlastverkehr in eine emissionsfreie Zukunft. Dies wird durch die eine vollständige Dekarbonisierung des Antriebs von Bestands- und Neufahrzeugen ermöglicht. Die mit brennstoffzellenelektrischen Antriebssystemen unter Nutzung von Wasserstoff als Energiespeicher ausgestatteten Fahrzeuge werden in eigenen Produktionsstätten gefertigt. Clean Logistics verfolgt dabei das Ziel, ihre Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig zu gestalten. Durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios stärkt Clean Logistics SE nachhaltig die Marktfähigkeit ihrer innovativen, sicheren und langlebigen Lösungen.

 

Zur Clean Logistics SE gehören unter anderem die Tochterunternehmen E-Cap Mobility GmbH – die für die Industrie elektrifizierte Prototypen, Kleinserien und Konzepte entwickelt sowie auf batterie- und brennstoffzellenelektrische Konversionen aller Mobilitätslösungen spezialisiert ist – und darüber hinaus die Clean Logistics Technology GmbH.

 

Quelle: Clean Logistics SE