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Startschuss für grünes Eisen aus Lingen

Die Dekarbonisierung der Stahlindustrie ist eine der größten Herausforderungen im Kampf gegen den Klimawandel. Allein in Deutschland werden jährlich rund 55 Millionen Tonnen CO2 bei der Stahlherstellung emittiert. Das entspricht sechs Prozent der deutschen Gesamtemissionen. In Lingen wurde im August 2023 die weltweit größte Wasserstoff-Direktreduktionsanlage zur Herstellung von grünem Eisen von Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Meyer eröffnet. Mit Inbetriebnahme der weltweit größten Direktreduktionsanlage auf dem Gelände des RWE Gaskraftwerks Emsland kann Eisenerz allein mithilfe von grünem Wasserstoff, und damit vollständig klimaneutral, reduziert werden. 

News (06.11.2023): Baubeginn des ersten grünen Eisenwerks in Afrika

Am 06. November 2023 fand die Grundsteinlegung für das erste grüne Eisenwerk in Afrika statt. Das HyIron/Oshivela-Projekt wird grünen Wasserstoff erzeugen und damit klimaneutral Eisenerz zu Eisen reduzieren. Der erzeugte Eisenschwamm, das Eisen, kann dann an Stahlwerke auch in Deutschland verschifft werden. Das Projekt HyIron wird die erste industrielle klimaneutrale Produktionsstätte für Eisen auf dem afrikanischen Kontinent sein. Mehr erfahren

Quelle: Hylron_Georg Schreiber

Die Anlage in Lingen bei der Eröffnung 2023.

 

„Die Inbetriebnahme der Pilotproduktion am Standort Lingen ist für uns ein wesentlicher Meilenstein, um das Produkt „grünes Eisen“ zur Marktreife zu führen und die deutsche Technologie weltweit zu etablieren“, sagt Dr. Stephan Köhne, geschäftsführender Gesellschafter der HyIron. „In Namibia bauen wir mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) derzeit eine Produktion im industriellen Maßstab auf. Langfristig können wir dort bis zu zwei Millionen Tonnen Eisen für die deutsche Stahlindustrie produzieren. Hier in Lingen setzen wir schon jetzt Eisenerz aus Namibia ein, um den Prozess und das Produkt zu optimieren“, ergänzt Köhne.

Ermöglicht wird dieser innovative Prozess durch die Entwicklung eines eigenen gasdichten Drehrohrofens. Hier reagiert Wasserstoff vollständig mit dem Sauerstoff im Eisenerz und wandelt es in elementares Eisen (Direct reduced iron (DRI)) um. Anstatt Kohlenstoffdioxid entsteht dank dieser Technologie lediglich Wasserdampf, der wieder zur Wasserstoffherstellung genutzt werden kann. Dieser Kreislauf stellt einen weiteren entscheidenden Vorteil auf dem Weg zur nachhaltigen Produktion von Eisen dar.

Die Standortentscheidung für Lingen ist aufgrund der hohen Dichte an Wasserstoffvorhaben in der H2-Region Emsland allgemein und speziell am RWE Gaskraftwerksstandort Emsland getroffen worden. Der grüne Wasserstoff für HyIron wird zukünftig in der 14-Megawatt-Pilot-Elektrolyse von RWE erzeugt, die voraussichtlich Ende 2023 direkt neben der Direktreduktionsanlage ihren Betrieb aufnehmen wird. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz fördert den Bau der Pilotelektrolyse mit acht Millionen Euro.

BENTELER-SteelTube_Production

©BENTELER

Green steel from green iron - thanks to hydrogen

In direct reduction, iron ore is reduced with the help of hydrogen. The hydrogen reacts with the oxygen in the iron ore (iron oxide) and transforms it into so-called sponge iron. This process is called "direct reduced iron" (DRI). Instead of carbon dioxide, as in the classic blast furnace, this technology produces water vapour. The sponge iron is then melted down with steel scrap and processed into steel. In future, BENTELER Steel/Tube will use this steel to produce low-CO2 seamless and welded tube solutions. In the first step of the research project, more than one tonne per hour of green iron is to be produced with the help of hydrogen. This green hydrogen is to be produced via LSF electrolysis plants on the power plant site and fed into the DRI plant.

Partners along the value chain

"This DRI technology has great potential for decarbonising the steel industry. The technical know-how of the start-up CO2GRAB, which will build and operate this plant, complements RWE 's expertise along the entire value chain for green hydrogen. LSF will optimise the operation of the electrolysis to the fluctuating production of wind and solar power. BENTELER Steel/Tube will then further process the reduced sponge iron into green steel and climate-neutral quality tubes. With this project we can thus make a significant contribution to climate neutrality," explain the partners in a joint statement

Partner

co2grab
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LSF ENERGY
©Benteler International

The start-up was founded with the aim of developing and marketing efficient technologies to avoid new CO2 emissions. The fundamental benchmark is timely and global scalability through economic feasibility.

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With its gas-fired power plants, RWE and its approximately 3,000 employees rank third in Europe. The Group bundles its hydrogen activities in RWE Generation. RWE is driving forward more than 30 hydrogen projects with partners from industry and science.

Logo © RWE

 

LSF plans, constructs and operates renewable energy plants, especially wind turbines. The company places particular emphasis on citizen participation models and acceptance-creating measures for the expansion of renewable energies.

Logo © LSF & Partner

 

BENTELER Steel/Tube develops and produces steel as well as seamless and welded quality steel tubes. The company offers solutions along the entire value chain worldwide - from material development to tube application.

Logo © Benteler