Im Gespräch mit Boris Richter

Im Gespräch mit Boris Richter

©STORAG ETZEL

Beim Projekt H2Cast in Etzel, Niedersachsen, wird die Speicherung von Wasserstoff in Salzkavernen getestet, die zuvor für Erdgas genutzt wurden. 

Der Schlüssel für Versorgungssicherheit: Energiespeicher

Fast täglich berichteten die Medien vergangenen Winter von den Füllständen deutscher Gasspeicher. Erstmals kam das Thema Speicher und ihre Bedeutung ins Bewusstsein der Bevölkerung. Insbesondere Für die Energiewende sind Speicher von enormer Bedeutung. Allein im Jahr 2021 wurden 5,8 TWh Erneuerbare Energien abgeregelt, um das Netz nicht zu überlasten. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 1,5 Mio. Haushalten.

Im Gegensatz zu Strom kann Wasserstoff kostengünstig und vor allem langfristig gespeichert werden. Speicher spielen für die künftige Energieversorgung deshalb eine wichtige Rolle. Darüber sprachen wir für diese Ausgabe zum Thema Speicher mit Boris Richter, Geschäftsführer der STORAG ETZEL GmbH, dem größten unabhängigen Betreiber von Kavernenspeichern in Deutschland.

NWN: Aktuell speichern wir in Deutschland große Mengen Gas in unterirdischen Kavernen für den Winter. Künftig wollen wir weg vom Erdgas bzw. LNG und möglichst viele Prozesse elektrifizieren. Brauchen wir die Kavernenspeicher dann noch in ihrem aktuellen Umfang?

Boris Richter: Die Kavernen haben die Aufgabe Energie, z.B. in Form von Gas zu speichern. Genau dann, wenn Energie in großen Mengen, z.B. im Winter aus dem Fernleitungsnetz entnommen werden, unterstützen die Speicher und decken die Bedarfsspitzen durch Ausspeichern von Gas zusätzlich ab. Die Speicher haben eine Pufferfunktion. Ein Import von Energie, z.B. über den Seeweg per LNG-Tanker erfolgt ja auch diskontinuierlich, also punktuell über eine kurze Zeit. Damit sind Kavernenspeicher zusätzlich gefordert und müssen ihre Funktion erfüllen.

Aus dem erneuerbaren Strom von der Nordsee will man künftig Wasserstoff herstellen, der dann z.B. in Etzel gespeichert werden kann. Warum speichern wir den erneuerbaren Strom nicht direkt in großen Batterien und speisen den Strom später ins Netz, wenn wir ihr benötigen?

BR: Rein vom Wirkungsgrad macht es absolut Sinn, die Elektronen direkt zu speichern. Allerdings sind Akkumulatoren derzeit viel zu klein in ihrer Kapazität. Eine Gaskaverne mit Methanmolekülen kann eine Terrawattstunde Energie speichern. Damit kann eine kleine Stadt problemlos mit Energie für ein ganzes Jahr versorgt werden. In Etzel sind aktuell 51 Gaskavernen in Betrieb.

 

Wasserstoff lässt sich auch überirdisch in mobilen Tanks speichern. Wo ist der Vorteil der unterirdischen Speicherung?

BR: Das Volumen einer Kaverne ist sehr viel größer als ein gewöhnlicher Tank. Im Schnitt sind die Kavernen in Etzel zwischen 300.000 m³ und 600.000 m³ groß. Das Gasmedium kann mit bis zu 200 bar komprimiert und somit viele Millionen Kubikmeter Gas in eine Kaverne gespeichert werden. Man würde viele hunderte Tanks an der Oberfläche und damit enorm viel Fläche benötigen.

 

Künftig wollen Sie in Etzel auch Wasserstoff speichern. Im Projekt H2Cast rüstet Storag Etzel bereits eine Kaverne dafür um. Wo stehen Sie aktuell bei dem Projekt?

BR: Aktuell haben wir einen Dichtheitstest mit Wasserstoff positiv abgeschlossen und werden im Herbst weitere Erprobungen durchführen. Es werden weitere Bauarbeiten über- und untertage durchgeführt.

„Wir wollen den niedersächsischen Standort Etzel „H2-ready“ machen, d.h. vorbereiten auf den absehbaren Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, der helfen wird, die deutsche Industrie zu dekarbonisieren, sprich CO2-freier und klimafreundlicher zu gestalten. Auf diese Weise wird die Versorgungssicherheit mit CO2-freier Energie in Zukunft gewährleistet. Der Standort ist dabei für Nordwesteuropa von entscheidender Bedeutung. Die Energiewende braucht ab spätestens dem Jahr 2030 diese Großspeicher, da H2-Angebot und -Nachfrage zeitlich und räumlich auseinanderliegen werden. Den Standort zukunftsfähig für nachfolgende Generationen aufzustellen, das ist unser Ziel!“

Boris Richter

Kaufmännischer Geschäftsführer, Storag Etzel

Der Großteil der deutschen Vorhaben für Wasserstoffspeicherung liegt in Niedersachsen. Warum gibt es insbesondere hier so viele Speicher?

BR: Kavernen sind bergmännisch angelegte, also künstliche Hohlräume in Salzformationen. Man benötigt demzufolge neben der Technologie auch einen Lagerstättenkörper aus Salz. Gewöhnlicherweise sind dies Salzstöcke oder Salzkissen. Diese Salze sind vor ca. 270 Millionen Jahre im Erdzeitalter des Perms entstanden. Ein Meer ist in mehreren Schritten ausgetrocknet und Restbestandteile des Meeres, weitestgehend das Salz, hat sich abgelagert. Das damalige Meer entstand aufgrund einer Beckenstruktur, eben im norddeutschen Becken. Damit haben wir den örtlichen Bezug auch gleich hergestellt. Denn ca. 70 Prozent der Salzvorkommen an Land liegen bezogen auf Deutschland in Norddeutschland und weitestgehend in Niedersachsen. Deshalb gibt es hier in Niedersachsen viele Kavernenspeicher, weil eben viel Salz unter unseren Füßen vorhanden ist.

 

Was sind die größten Herausforderungen bei der unterirdischen Speicherung von Wasserstoff?

BR: Wir müssen viele technische, aber auch genehmigungsrechtlichen Fragen beantworten. An aller erster Stelle stehen die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung, unserer Mitarbeiter und unserer Anlage im Vordergrund. Da wir ein Bergbaubetrieb sind, unterliegen wir dem Bergrecht und unsere Genehmigungsbehörde ist das LBEG in Clausthal-Zellerfeld. Das Bergamt ist unsere Aufsichtsbehörde und prüft sehr gewissenhaft unsere Anträge.

 

Über H2Global soll Ende 2024 erstmals grüner Wasserstoff nach Deutschland importiert werden. In den kommenden Jahren gehen die ersten Großelektrolyseure ans Netz. In Niedersachsen werden bald große Menge Wasserstoff entstehen und anlanden. Bis wann brauchen wir funktionsfähige Wasserstoffspeicher?

BR: Wir gehen davon aus, dass ab 2027/2028 Wasserstoffspeicher benötigt werden und der Markthochlauf für Wasserstoff erfolgt. Dies bedeutet aber auch, dass die Kavernenspeicher auch entsprechend mit Wasserstoffleitungen angeschlossen sind. Die Infrastruktur dafür muss aufgebaut sein, sonst funktionieren Speicher nicht. Die Leitungen sind sowas wie Lebensadern, in denen die Energie transportiert wird.

 

In unserem künftigen Energiesystem aus Erneuerbaren Energien müssen wir große Mengen Wasserstoff einspeichern, um Versorgungssicherheit gewährleisten zu können. Angenommen wir rüsten alle bestehenden Kavernenspeicher um – reichten die aktuellen Kapazitäten für den künftigen Speicherbedarf überhaupt aus?

BR: Wenn für die Industrie komplett Erdgas durch Wasserstoff ersetz werden soll und wir davon ausgehen, dass dies über Dekaden erfolgt, dann wird der derzeitige Speicherhohlraum nicht ausreichen. Denn betrachtet man das energetisch, so hat Wasserstoff fast viermal weniger Energie als Erdgas. Bedeutet also, um dieselbe Energie zu speichern, bedarf es viermal mehr Speichervolumen. Man bedenke auch, dass neben dem Wasserstoffspeicherbedarf auch noch der Speicherhohlraum, wenn auch abnehmend für Erdgas bereitgestellt werden muss.

 

Über welche Größenordnung sprechen wir beim künftigen Speicherbedarf?

BR: Aktuelle Studien sehen den Speicherbedarf für Wasserstoff im Jahr 2050 bei 74 Terrawattstunden.

 

Wie lange wird es dauern, entsprechende Kapazitäten aufzubauen?

BR: In Etzel benötigen wir ca. zwei bis vier Jahre, um bestehende Kavernen für die Wasserstoffspeicherung umzurüsten und etwas länger, um an 24 neu geplanten Lokationen neue Wasserstoffkavernen im Salzstock zu errichten. Die bergrechtlichen Genehmigungen, um neue Kavernen zu bauen haben wir bereits. Den Nachweis, dass Wasserstoff problemlos in Kavernen gespeichert werden kann, erbringen wir die kommenden Jahre mit unseren Partnern im H2CAST Forschungsprojekt. Das Projekt ist durch das Land Niedersachsen und den Bund gefördert.

 

Vielen Dank, Herr Richter. 

SaltHy: Wasserstoffspeicher in Harsefeld

Im Zuge des Projekts „Clean Hydrogen Coastline“ wollen Industriepartner in der Region Nordwest 400 Megawatt Elektrolysekapazität bis zum Jahr 2026 aufbauen.

Clean Hydrogen Coastline

Im Zuge des Projekts „Clean Hydrogen Coastline“ wollen Industriepartner in der Region Nordwest 400 Megawatt Elektrolysekapazität bis zum Jahr 2026 aufbauen.

Sektorenkopplung für den Eigenbedarf (abgeschlossen)

Sektorenkopplung für den Eigenbedarf – das Pilotprojekt KRUH2 der OGE stellt diesen Aspekt bei der Wasserstoffproduktion, Speicherung und Nutzung in den Fokus.

Hydrogen Cavern for Mobility

Im Projekt HyCAVmobil (Hydrogen Cavern for Mobility) erforscht EWE mit Partnern unter welchen Bedingungen sich reiner Wasserstoff in Salzkavernen einlagern lässt.

H2Marsch

Der Zugang zu Wasserstoff wird sukzessive zu einem zentralen Standortfaktor. In der Region Wesermarsch hat sich daher die Allianz „H2Marsch“ gebildet, welche die Versorgung der Region mit Wasserstoff sicherstellen will. Hierdurch sollen nicht nur 6.000 Arbeitsplätze gesichert, sondern perspektivisch auch 240.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr reduziert werden.

Green Octopus Mitteldeutschland (GO!)

Das Projekt Green Octopus Mitteldeutschland „GO!“ von ONTRAS Gastransport und VNG Gasspeicher soll u.a. die Stahlregion Salzgitter und das Helmstedter Revier mit dem ostdeutschen Wasserstoffnetz und dem künftigen Wasserstoffspeicher in Bad Lauchstädt verbinden. Hierzu werden Leitungen von insgesamt rund 305 Kilometern Länge für den Wasserstofftransport umgestellt bzw. neu errichtet.

Wasserstoffspeicher in Krummhörn (abgeschlossen)

In Krummhörn testet Uniper die Konstruktion und den Betrieb eines unterirdischen Wasserstoffspeichers.

Wasserstofftrocknung durch Absorption

Bilfinger entwickelt aktuell in Cloppenburg eine Demonstrationsanlage zur Wasserstofftrocknung. Die Trocknung ist nötig, um den Wasserstoff nach der Speicherung (z.B. in Kavernen) wieder verstromen oder ins Netz einspeisen zu können.

CHESS – Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in der Wesermarsch

Im Rahmen des Projektes CHESS (Compressed Hydrogen Energy Storage Solution) in Huntorf (Landkreis Wesermarsch) wollen EWE und Uniper gemeinsam ihre jeweilig vorhandene Gas- und Strominfrastruktur umrüsten. Ziel ist es, vor Ort eine neue Wasserstoffinfrastruktur schnell, effizient und kostensparend aufzubauen.

Green Wilhelmshaven

In dem Projekt Green Wilhelmshaven wird der Import von Wasserstoff mittels Ammoniaks im Großmaßstab ermöglicht; gleichzeitig jedoch auch grüner Wasserstoff per Elektrolyse vor Ort produziert. Hierdurch werden Kapazitäten aufgebaut, die zusammen 10-20% des Wasserstoff-Bedarfs ganz Deutschlands im Jahr 2030 decken könnten.

Wasserstoffspeicher in Etzel

Wasserstoffspeicher in Etzel

PROJEKTE

©STORAG ETZEL

In Etzel untersuchen Experten im Verbundvorhaben H2CAST, ob die lokalen Salzstöcke zur Speicherung großer Mengen Wasserstoffs geeignet sind. ©STORAG ETZEL

SALZKAVERNEN ALS WASSERSTOFFSPEICHER

Energiespeicher spielen eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit. In Niedersachsen gibt es unterirdische Salzkavernen, die bisher als Öl- und Gasspeicher genutzt wurden. Ob diese auch als Speicher für Wasserstoff fungieren können und welche Umbauten dazu gegebenenfalls notwendig sind, untersucht jetzt das Verbundprojekt H2CAST in Etzel. Das Vorhaben wird finanziell vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz unterstützt.

News (26.03.2026): Befüllung der Kavernen erfolgreich abgeschlossen

Nach über einem Jahr ist es soweit: Die Befüllung der beiden umgerüsteten Salzkavernen mit rund 90 Tonnen Wasserstoff (ca. 1 Mio. Normkubikmeter) konnte Mitte März erfolgreich abgeschlossen werden. Insgesamt wurden dafür etwa 200 Trailerladungen Wasserstoff angeliefert. Mehr dazu

News (18.12.2025): Anlagenteile für Obertageanlage in Etzel angeliefert

Zwei großformatige Komponenten für die Obertageanlage des H2CAST-Projekts wurden erfolgreich von Rotterdam über Wilhelmshaven zum Standort Etzel transportiert. Mit der Anlieferung stehen zentrale Bauteile der Obertageanlage für die Endmontage vor Ort bereit. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Mehr

News (21.01.2025): Start der Wasserstoffbefüllung von Kavernen gestartet!

Bei dem Projekt H2CAST ETZEL ist der nächste Meilenstein erreicht worden. Im ersten Schritt sollen bis zu 90 Tonnen Wasserstoff gespeichert werden. Mehr Informationen…

News (05.12.2023): Zwei Kavernen für den Testbetrieb zur Wasserstoffspeicherung umgerüstet

Zwei Kavernen sind jetzt für den Testbetrieb zur Wasserstoffspeicherung umgerüstet. In den kommenden Wochen werden noch finale Tests zur Dichtigkeit durchgeführt. Sind diese erfolgreich, werden ab der zweiten Jahreshälfte 2024 bis zu 80 Tonnen Wasserstoff im Testbetrieb gespeichert. Mehr dazu hier.

News (23.10.2023): Arbeiten zur Umrüstung der Kavernen für die Wasserstoffspeicherung haben planmäßig begonnen

Die Umrüstung der zwei Kavernen hat erfogreich gestartet. „In eine Kaverne wird in die Zugangsbohrung eine Gasspeicherkomplettierung und ein Solependelstrang eingebaut. Zudem wird ein neuer für Wasserstoff geeigneter Kavernenkopf aufgebaut.“ Das Einspeisen von 80 Tonnen H2 soll im Sommer 2024 beginnen, nachdem weitere erfolgreiche Tests abgeschlossen sind. Ab 2026 soll der Standort „H2-Ready“ sein. Mehr Infos hier.

News (17.02.2023): Erfolgreicher Abschluss des ersten Dichtheitstests mit Wasserstoff an Kaverne in Etzel

Im Rahmen des Forschungsprojektes H2CAST hat STORAG ETZEL gemeinsam mit Projektpartnern den ersten Gasdichtheitstest mit Wasserstoff an einer Kavernenbohrung erfolgreich abgeschlossen.

In Vorbereitung auf den Test und während der Testphase wurden umfangreiche Materialuntersuchungen durchgeführt. Insgesamt brachte das Team mehrere tausend Normkubikmeter gasförmigen Wasserstoff aus nachhaltiger, „grüner“ Produktion in die Bohrung ein. Der Testzeitraum war mit über zwei Monaten deutlich länger, als es bei vergleichbaren Dichtheitstests unter Stickstoff der Fall ist. Mehr

News (17.01.2023): Gasunie wird Partner im Projekt H2CAST Etzel

Wie STORAG ETZEL und Gasunie am 17.01.2023 bekanntgaben, wird Gasunie Konsortialpartner im Projekt „H2CAST Etzel“. Im Rahmen des Projekts soll gemeinsam mit Projektpartnern die Wasserstoffspeicherung in den Etzeler Salzkavernen ermöglicht werden. Hierzu werden in einem ersten Schritt zwei bestehende Salzkavernen für die H2-Speicherung ertüchtigt und durch eine oberirdische Anlage verbunden. Gasunie wird für diese Obertage-Anlage verantwortlich sein. Das Pilotprojekt soll im Jahr 2026 abgeschlossen werden.

In über 750 Meter Tiefe des massiven Salzstocks Etzel lagern Gas und Erdöl in sogenannten Kavernen. Diese sind künstlich erstellte Hohlräume im Untertagebau. Das Wasserstoff-Forschung & Entwicklungsprojekt H2CAST Etzel soll aufzeigen, dass diese Kavernen nicht nur Öl und Gas, sondern auch große Mengen Wasserstoff speichern können. Die vorhandenen Kavernen sollen dann bis zu 22.5 TWh Wasserstoff vorhalten. Ein ausgeklügeltes Pendelbetriebssystem zwischen zwei Kavernen soll u.a. helfen das Speichervolumen sowie den Druck variabel anzupassen. Das Projekt im industriellen Maßstab könnte wegweisend für viele weitere Salzkavernen in Europa sein.

H2CAST ist die Abkürzung für H2 Cavern Storage Transition, und steht für die Umrüstung bestehender Kavernen und Anlagen für die Speicherung von Wasserstoff.

Boris Richter, STORAG ETZEL

„Wir wollen den niedersächsischen Standort Etzel „H2-ready“ machen, d.h. vorbereiten auf den absehbaren Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, der helfen wird, die deutsche Industrie zu dekarbonisieren, sprich CO2-freier und klimafreundlicher zu gestalten. Auf diese Weise wird die Versorgungssicherheit mit CO2-freier Energie in Zukunft gewährleistet. Der Standort ist dabei für Nordwesteuropa von entscheidender Bedeutung.

Die Energiewende braucht ab spätestens dem Jahr 2030 diese Großspeicher, da H2-Angebot und -Nachfrage zeitlich und räumlich auseinanderliegen werden. Den Standort zukunftsfähig für nachfolgende Generationen aufzustellen, das ist unser Ziel!“

Christian Rode, EKB Storage

Christian Rohde ergänzt, „dass äußerst flexible, großvolumige Untertagespeicher für die Energiewende von essenzieller Bedeutung sind, da sie als variabler Puffer die Lieferketten sichern und zwischen Wasserstoff-Produktion oder

-Import und den Verbrauchern am Markt dienen. Der Standort Etzel ist dabei besonders prädestiniert durch seine bestehende infrastrukturelle Bedeutung.“

Olaf Lies, Energieminister

„Wasserstoff wird fester Bestandteil der künftigen Energiewirtschaft. Ohne Speicher wird das nicht gelingen. Mit H2CAST Etzel fördern wir ein Pilotvorhaben im industriellen Maßstab. Dazu hat sich ein kompetentes und erfahrenes Projektkonsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammengetan. Besonders ist, dass erstmals hier in Niedersachsen vorhandene Kavernen, die für Öl- und Gasspeicherung vorgesehen sind, für Wasserstoff umgewidmet werden sollen. Auch der beabsichtigte Sole- Pendelbetrieb wurde so noch nicht umgesetzt. Das Pilotprojekt ist auch Startpunkt für eine mögliche lokale Wertschöpfungskette. Wir schaffen Wissen, das auch andernorts gefragt sein dürfte. Mit der Förderung sorgen wir mit dafür, dass wir auch in Zukunft eine gesicherte Energieversorgung haben werden, letztlich ohne Öl- und Erdgas, und lokale Wertschöpfung der Energiedrehscheibe Niedersachsen erhalten.“

H2CAST Etzel Projektteam 

  • STORAG ETZEL (Anbieter von Kavernenspeichern)

STORAG ETZEL baut, unterhält und vermietet am Standort Etzel in Ostfriesland untertägige Speicherkapazität für Gas und Öl. Mieter sind nationale und europäische Erdölbevorratungs-Organisationen und internationale Unternehmen aus der Energiebranche. Unter anderem lagert in Etzel ein Großteil der deutschen Rohölreserve.

    • Gasunie (Verantwortlich für die Obertage-Anlage)

    Gasunie ist ein europäisches Energie-Infrastrukturunternehmen. Das Netz von Gasunie ist eines der größten Hochdruck-Pipelinenetze in Europa und umfasst über 17.000 Kilometer Rohrleitungen in den Niederlanden und Norddeutschland. Mit ihrer grenzüberschreitenden Gasinfrastruktur und ihren Dienstleistungen ermöglicht Gasunie den TTF, der sich zum führenden europäischen Gashandelspunkt entwickelt hat. Gasunie bietet auch andere Gasinfrastrukturdienste an, darunter Gasspeicherung und LNG.

    • KBB (Planung, Bau und Betrieb von Untertagespeichern)

    Die DEEP.KBB ist wesentlich mit der Planung, dem Bau und Betrieb von Untertagespeichern im Salz zur Speicherung von Erdgas, Mineralöl, Gas- und Ölprodukten sowie mit Speicherung erneuerbarer Energien, insbesondere Druckluft und Wasserstoff befasst. Schwerpunkte: Geologie, Gebirgsmechanik, Bohr- und Komplettierungstechnik, Thermodynamik, Soltechnik, Dichtheitstests, Kavernenflutungen, Gasbefüllungen und Reservoir Engineering.

    • DLR – Institut für Vernetzte Energiesysteme

    Das Institut für Vernetzte Energiesysteme ist im Juni 2017 ins Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) aufgenommen worden. Vorrangiges Forschungsziel der drei wissenschaftlichen Abteilungen Stadt- und Gebäudetechnologien, Energiesystemtechnik und Energiesystemanalyse ist die Entwicklung von Technologien und Konzepten zur Gestaltung der Energiewende.

    • Hartmann Valves

    Hartmann Valves ist Anbieter von Spezialkugelhähnen, Bohrlochköpfen sowie zugehörigem Service und Prüfungen, u.a. auch bei Lösungen für Anwendungen und die Untergrundspeicherung von Wasserstoff.

    • TU Clausthal

    Der Lehrstuhl für Geomechanik und multiphysikalische Systeme der TU Clausthal befasst sich mit der Standsicherheit und Dichtheit von Salzkavernen zur Speicherung von Energierohstoffen wie Erdgas und Erdöl, zur Druckluftspeicherung und zur Solegewinnung. Für die Wahrnehmung seiner Aufgaben in Forschung und Lehre verfügt der Lehrstuhl über ein umfangreich ausgestattetes Labor (z. Zt. 25 felsmechanische Prüfanlagen), einen leistungsfähigen Rechnerpool und diverse numerische Programmsysteme.

    • SOCON

    SOCON Sonar Control Kavernenvermessung ist auf die geophysikalische Vermessung von Kavernen, Bohrungen und untertägigen Hohlräumen spezialisiert.

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    Schrand Energy Plant

    Schrand Energy Plant

    PROJEKTE

    Quelle: MU

    Prof. Dr. -Ing. Reckzügel (Professor der Hochschule Osnabrück, Professor für innovative Energietechnik und Thermische Energietechnik), Patrick Wösten (Hochschule Osnabrück, wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem Projekt), Minister Meyer, Jörg Wilke (Geschäftsführer „Northern Institute of Thinking“) (zweite Reihe), Timo Schrand (Geschäftsführer von schrand.energy GmbH & Co. KG), Paul Hoffmann (Projektleiter Wasserstoff  bei schrand.energy GmbH & Co. KG.) (zweite Reihe), Uwe Bartels (Landesminister a. D.)

    Autarkes Energiesystem im Gebäude

    In Essen (Oldenburg) plant das Unternehmen schrand.energy GmbH & Co. KG einen CO2-neutralen und energieautarken, firmeneigenen Neubau. Das Konzept namens Schrand Energy Plant wird von vornherein als modulare, reproduzierbare und skalierbare Gesamtlösung entwickelt, um es auf andere Gebäude übertragen zu können. 

    Die Schrand Energy Plant nutzt eine Photovoltaikanlage, um den jeweiligen Firmenstandort mit Erneuerbarer Energie versorgen zu können. Die überschüssige Energie wird anschließend in einer PEM-Elektrolyseeinheit verwendet, um Wasser in Wasser- und Sauerstoff zu spalten, diese Gase in Druckgastanks zwischenzuspeichern und dann bei Bedarf in einer Wasserstoffbrennstoffzelle in elektrischen Strom und Wärme umzuwandeln. Die Energy Plant soll so ein Gesamtsystem aus Energiespeicher, Elektrolyseur, Brennstoffzelle und Wasserstofftank bieten, das an den jeweiligen Verbraucher angepasst werden kann.

    Am 7. März übergab der Niedersächsische Umwelt- und Energieminister Christian Meyer die Förderung.  Schrand.energy erhält für die Umsetzung eine Förderung von rund 2,7 Mio. Euro und der Kooperationspartner Hochschule Osnabrück 230.000 Euro. 

    Umwelt- und Energieminister Christian Meyer: „Erneuerbare Energien sind unerlässlich, wenn wir das Klima schützen wollen. Manchmal haben wir jedoch große Mengen, ohne sie speichern zu können. Das Projekt schlägt zwei Fliegen mit einer Klatsche, indem es Solarenergie und Wasserstofftechnologie vereint: Überschüssige Solarenergie kann so weiterverwendet, Wasserstoff mit erneuerbaren Energien hergestellt werden. Das schont das Klima und den Geldbeutel und stärkt die heimische Wirtschaft mit günstiger, sauberer Energie.“

     

    TransHyDE

    TransHyDE

    PROJEKTE

    TransHyDE – Aufbau einer Wasserstoff-Transport-Infrastruktur

    Um den deutschen Bedarf an grünem Wasserstoff zu decken und die Energiewende umzusetzen, braucht es große Mengen Wasserstoff – von denen ein nicht unerheblicher Teil importiert werden muss. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Wasserstoff-Leitprojekt TransHyDE will daher Transport-Möglichkeiten technologieoffen weiterentwickeln und zudem entsprechende Normen schaffen, um hierdurch den Aufbau der Wasserstoff-Infrastruktur zu ermöglichen und den Markthochlauf zu unterstützen.

    News (14.08.2024): Erfolgreiche Inbetriebnahme eines Pilot-Wasserstoffnetzes!

    Auf 130 Metern neuer und umgewidmeter Wasserstoff-Leitungen testet TransHyDE fünf Technologien. Dafür wurde auf dem Firmengelände von RWE in Lingen ein Mini-Wasserstoff-Netz in Betrieb genommen. Weitere Informationen hier.

    News (13.03.2024): Neuer effizienterer Katalysator wurde entwickelt!

    Bei dem Projekt haben Forschende einen neuen Katalysator entwickelt, der kostengünstiger hergestellt werden kann. Die Rückgewinnung von H2 aus Ammoniak kann somit deutlich effizienter passieren. Weitere Informationen hier.

    Auf unserer Seite werden zahlreiche Projekte vorgestellt, in denen der Transport von Wasserstoff im Fokus steht. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Herangehensweisen, sei es der Transport in Hochdruckbehältern, in bestehenden Gasleitungen oder mittels grünen Ammoniaks oder flüssigen organischen Trägerstoffen (liquid organic hydrogen carriers [LOHC]). Diese technologische Vielfalt soll im Rahmen des Wasserstoff-Leitprojekts TransHyDE weiter untersucht werden – denn in den genannten Handlungsfeldern gibt es weiterhin großen Forschungsbedarf. So gibt es derzeit insbesondere im Bereich der Normierung, also z.B. bei Standards oder Sicherheitsvorschriften keine einheitlichen Regelungen – was den Markthochlauf aktuell noch behindert. Damit die genannten Transporttechnologien schnell ins Energiesystem integriert werden können, braucht es demnach neue Standards, Normen und Zertifizierungen, denen sich ein eigenes Arbeitspaket im Rahmen von TransHyDE widmet. 

    TransHyDE wird in verschiedenen Teilprojekten umgesetzt, in denen die unterschiedlichen Transportmöglichkeiten in der Praxis, aber auch aus Sicht der Forschung genauer in den Blick genommen werden.

    Quelle: Projektträger Jülich im Auftrag des BMBF

    Die Umsetzung erfolgt in Teilprojekten (für weitere Informationen bitte ausklappen):

    „Mukran"

    Am Mukran Port auf Rügen wird ein innovativer Hochdruck-Kugelspeicher für Wasserstoff entwickelt. Dieser soll dazu in der Lage sein, auf hoher See in der unmittelbaren Umgebung von Offshore-Wind- und Elektrolyseanlagen vom Projekt H2Mare eingesetzt zu werden. Dort wird mittels Windenergie grüner Wasserstoff erzeugt, der im Kugelspeicher zwischenzeitlich gespeichert werden soll.

    „GET H2“

    Damit Wasserstoff flächendeckend zur Verfügung steht, soll im Projekt GET H2 die Nutzung von ehemaligen Erdgasleitungen für den Transport von Wasserstoff erforscht werden. Aktuell fehlen zudem Normen und Überwachungsstandards bei der Umstellung von Erdgasleitungen, weshalb in GET H2 ein Testumfeld aufgebaut wird, in dem Material- und Sicherheitsfragen beantwortet werden können.

    „Campfire“

    Das Projekt Campfire soll das Potential von Ammoniak für den Wasserstoff-Transport untersuchen und dabei insbesondere die Rückgewinnung von Wasserstoff aus Ammoniak in den Blick nehmen. Ziel ist hierbei insbesondere, die Effizienz bei der Wiederauslösung des Wasserstoffs zu verbessern.

    „Helgoland“

    Im Projekt Helgoland wird eine Wasserstoff-Logistikkette über Land und über See aufgebaut. Via Pipeline soll der grüne Wasserstoff von der Offshore-Anlage des Leitprojekts H2Mare auf die Insel Helgoland gebracht werden und dort für einen weiteren Transport mit LOHC gebunden werden. Anschließend kann der gebundene Wasserstoff mit bestehender Infrastruktur ähnlich wie Öl verschifft werden und im Hamburger Hafen in einer Dehydrieranlage wiederum vom LOHC gelöst und nutzbar gemacht werden.

    „Forschungsverbünde"

    Insgesamt fünf Verbünde von Forschungseinrichtungen unterstützen die Projekte mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dabei geht es z.B. um Material- und Komponentenforschung, Betriebssimulationen oder auch sicherheitsrelevante und ökologische Fragen. Der Wissensstand und aktuelle Handlungsempfehlungen werden in einer Roadmap festgehalten und allen Projektpartnern zur Verfügung gestellt.

    Weitere Informationen

    Aus Niedersachsen nehmen drei Unternehmen an dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt teil. Hierzu zählt die ROSEN GmbH, die Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH sowie die Inherent Solutions Consult GmbH & Co. KG

    Mehr zu dem Projekt finden Sie hier.

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      Wilhelmshaven Green Energy Hub

      Wilhelmshaven Green Energy Hub

      PROJEKTE

      Quelle: Tree Energy Solution

      Wilhelmshaven Green Energy Hub

      Der Import von grünem Wasserstoff über Wasserstoff-Terminals stellt eine entscheidende Voraussetzung für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland dar. Die niedersächsische Küste mit ihrem Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven bietet hierfür ideale Gegebenheiten. Die Tree Energy Solution (TES) hat sich daher dazu entschieden, ein Wasserstoff-Terminal in Wilhelmshaven zu errichten, das den Import von grünem Wasserstoff im Großmaßstab ermöglicht. Das geplante Terminal umfasst dabei sechs Schiffsliegeplätze und insgesamt zehn Tanks mit einer Speicherkapazität von 2.000.000 Kubikmeter. Laut Planungen können in Zukunft über das Terminal bis zu 250 TWh grüne Gase pro Jahr importiert und daraus mehr als 5 Millionen Tonnen Wasserstoff erzeugt werden – was einem Zehntel des gesamten jährlichen Primärenergiebedarfs in Deutschland entspricht.

      News (28.11.2022): TES und EWE planen den Bau eines 500-MW-Elektrolyseurs

      Wie TES und EWE Ende November mitteiliten soll im Rahmen des Projekts ein 500 MW-Elektrolyseur gebaut werden. Der Elektrolyseur soll ab 2028 in Betrieb gehen. Die Kapazität des Elektrolyseurs soll 500 Megawatt betragen, die mit einer weiteren geplanten Anlage auf eine Gesamtkapazität von 1 Gigawatt erweitert werden soll. 

      Zur Deckung des Wasserstoffbedarfs wird Deutschland in Zukunft aus verschiedenen Ländern grünen Wasserstoff importieren müssen. Hierfür ist die entsprechende Infrastruktur nötig, welche die Anlandung, die Einspeicherung und den Transport in das Wasserstoffleitungsnetz ermöglicht. Genau dies ist im Projekt Wilhelmshaven Green Energy Hub vorgesehen, das von Tree Energy Solution (TES) umgesetzt wird.  In Wilhelmshaven sollen hierzu sechs Schiffsliegeplätze errichtet werden, die „Suezmax-kompatibel“ sind – sodass auch große Schiffe in Wilhelmshaven anlanden können („Suezmax“ beschreibt eine Schiffsgröße, die für die Durchfahrt durch den Suezkanal in beladenem Zustand zulässig ist).

      TES will den grünen Wasserstoff dabei auch selbst herstellen – in Ländern mit einem sehr hohen Angebot an Wasser-, Wind oder Solarkraft. Die Erneuerbaren werden in den Erzeugerländern zur Elektrolyse genutzt, um zunächst grünen Wasserstoff herzustellen. Nach der Elektrolyse wird dem Wasserstoff Kohlenstoffdioxid hinzugefügt, um grünes CH4 (Methan) herzustellen, welches anschließend per Schiffsflotte nach Wilhelmshaven transportiert werden kann. Hier wird das CH4 wieder in Wasserstoff umgewandelt, das entstehende CO2 abgeschieden und in einem Kreislaufsystem wieder in die Erzeugerländer zur weiteren Verwendung zurückgeführt.

      Quelle: Tree Energy Solution

      Wilhelmshaven Green Energy Hub im Modell

      Ab 2026 ist der Betriebsbeginn des Terminals geplant und damit der erste Import grüner Moleküle. In dieser Anfangsphase werden voraussichtlich 25 TWh grünes Methan pro Jahr importiert – hieraus kann mehr als eine halbe Million Tonnen Wasserstoff erzeugt werden. Während der Hochlaufphase ab dem Jahr 2030 wird die Leistung sukzessive gesteigert, sodass schließlich bis zu 250 TWh pro Jahr – und damit mehr als 5 Millionen Tonnen Wasserstoff – importiert bzw. erzeugt werden kann.

      Das Projekt will dabei die guten Standortbedingungen in Wilhelmshaven nutzen und auf die Speicher- und Transportinfrastruktur zurückgreifen, die aktuell in Niedersachsen aufgebaut wird. So soll eine Anknüpfung an die unterirdischen Salzkavernen-Speicher in Etzel hergestellt werden und die im Rahmen des Projekts H2ercules errichteten und umgewidmeten Leitungen genutzt werden, die den Transport in den Westen und Süden Deutschlands zu den industriellen Abnehmern ermöglichen. Durch die hohen Importvolumen von bis zu 250 TWh soll das Projekt zur Versorgungssicherheit in Deutschland und der EU beitragen.

      Mehr zu dem Projekt

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      Über TES

      Tree Energy Solutions (TES) ist ein Unternehmen für grünen Wasserstoff, das Industrie und Verbraucher mit CO2-neutraler Energie versorgt – in Form von grünem Wasserstoff, grünem Gas und grünem Strom. Um ein Netz mit globaler Reichweite aufzubauen, entwickelt TES derzeit in Deutschland, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten Standorte für den Import und die Verteilung von Energie.

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        H2ercules

        H2ercules

        PROJEKTE

        Hydrogen economyQuelle: H2ercules/OGE/RWE

        Das geplante Wasserstoffleitungsnetz. 

        H2ercules

        Für den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft und die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende spielt die Infrastruktur eine maßgebliche Rolle. Im Bereich des Wasserstoffs gilt es daher, ein Wasserstoff-Leitungsnetz aufzubauen, das Orte der Wasserstoff-Herstellung im Norden Deutschlands mit den Industriezentren verknüpft. Um diesen bedeutsamen Prozess zu beschleunigen, haben OGE und RWE das Infrastrukturprojekt „H2ercules“ entwickelt, das Verbraucher im Süden und Westen mit der heimischen Wasserstoffproduktion im Norden verbinden soll. Hierfür sind nicht nur 1.500 Kilometer Leitung, sondern auch bis zu 1 Gigawatt Elektrolyse-Kapazität geplant. 

        Für den Aufbau des künftigen Wasserstoffnetzes kann ein Großteil des deutschen Erdgasnetzes genutzt werden, da dieses bereits gut ausgebaut ist. Die Umstellung dieser Erdgasleitungen auf Wasserstoff stellt nicht nur die kosteneffizienteste Lösung dar, sondern ermöglicht auch ein schnelles Vorgehen. Allerdings soll das bisherige Gasnetz durch Neubauten ergänzt werden, da es laut der Projektpartner einer strukturellen Neuausrichtung der Gas-Infrastruktur bedarf. Statt von Ost nach West und Süd, muss das Gas, bzw. der Wasserstoff künftig von den Erzeugungsstandorten in Niedersachsen zu den Verbrauchszentren im Westen und Süden fließen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen daher Lücken geschlossen und neue Quellen an das bestehende Leitungsnetz angebunden werden.

        Das Projekt wird dabei in zwei Schritten umgesetzt: 2028 soll das Netz von West nach Nord – also vom Ruhrgebiet nach Wilhelmshaven – fertiggestellt werden, bevor 2030 das Netz in den Süden finalisiert wird. Durch diese zeitnahe Umsetzung wollen die Projektpartner die Wasserstoffversorgung der Industrie möglichst zeitnah sicherstellen. Hierdurch soll das bekannte Henne-Ei-Problem durchbrochen werden, da der Industrie der Umstieg auf Wasserstoff durch vorhandene Infrastruktur deutlich erleichtert wird. Die Aufgabenteilung zwischen den Projektpartnern ist dabei klar geregelt: OGE wird die benötigten Leitungen neu errichten, bzw. auf Wasserstoff umstellen und RWE wird eine Elektrolyse-Kapazität von bis zu 1 Gigawatt aufbauen und zudem grünen Wasserstoff importieren.

        Quelle: H2ercules/OGE/RWE

        Das geplante Leitungsnetz. © H2ercules

        Neben der Elektrolyse-Kapazität und dem Auf- und Umbau der Pipelines sollen im Rahmen des Projekts „H2ercules“ auch Gaskraftwerke mit mindestens 2 Gigawatt und entsprechende Speicher auf Wasserstoff umgerüstet werden. Bestehende Gaskraftwerke und Gasspeicher an der niederländischen Grenze sollen hierzu umgestellt bzw. an das künftige Wasserstoff-Leitungssystem angeschlossen werden. Hierdurch können weitere Backup-Kapazitäten geschaffen werden, die die künftige Energieversorgung sichern.

        Das Projekt soll auch zum Aufbau des europäischen Wasserstoffmarktes beitragen. Denn im Rahmen von H2ercules wird Deutschland an wesentliche Importrouten angeschlossen, sei es über Pipelines aus Belgien und den Niederlanden oder auch aus Norwegen.

        Mehr zu dem Projekt

        Projektpartner

        Die Open Grid Europe GmbH (OGE) ist ein europäischer Fernleitungsnetzbetreiber mit einem Leitungsnetz von ca. 12.000 km.

        Logo: © Open Grid Europe GmbH 

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        RWE beschäftigt weltweit rund 19.000 Mitarbeitende und hat das Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden. Hierzu beitragen sollen auch verschiedene Tätigkeiten im Wasserstoff-Sektor. 

        Logo: © RWE

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